Samstag, 15. August 2009

Lesestoff 2009-08-15

Diesmal starte ich die Leseliste mit einem Hinweis auf einen sehr interessanten Aufsatz, der kürzlich in "Economics - The Open-Access, Open-Assessment E-Journal" erschienen ist. Dabei will ich auch gleich aus alter Verbundenheit (ich war dort zwei Jahre Managing Editor) allen potentiellen Veröffentlichern diese Zeitschrift ans Herzen legen. Denn auch aus rein objektiven Gründen ist die Zeitschrift zu empfehlen; so ist der Begutachtungsprozess wirklich schneller als bei anderen Zeitschriften und die Verbreitung der veröffentlichten Aufsätze ist enorm, wenn man es an den Downloadzahlen misst. Also, wer möchte, dass sein Kram gelesen wird...für den könnte das eine echte Alternative zu den herkömmlichen Journals sein. Hier aber jetzt die Leseliste:
  1. Zuerst also der Aufsatz von Sergio Da Silva. Der Autor entkräftet fünf Argumente, die üblicherweise dafür angeführt werden, wie wichtig es ist, makroökonomischen Modellen mikroöknomische Fundierungen zu geben. Er argumentiert für eine wieder stärkere Trennung der beiden Gebiete (wie es vor den 1970ern und der Lucas-Kritik) der Fall war. Meine Sympathien hat der gute Mann...
  2. Raghuram Rajan (ehemaliger Chefökonom des IWFs) macht im Economist Vorschläge zur Verbesserung der Finanzmarktregulierung. Besonders attraktiv finde ich den Vorschlag über “contingent-capital arrangements": Rajan schlägt vor, Finanzinstitutionen sollten nicht permanent viel Kapital bereithalten, sondern Verträge eingehen, die ihnen einen Zufluss an Kapital garantiert, wenn sie (oder das Finanzsystem) in Schwierigkeiten geraten. Im Artikel finden sich die Gründe, warum eine solche Möglichkeit vorteilhaft wäre...
  3. Und auch Ken Rogoff fordert eine Neuausrichtung der Finanzmarktregulierung auf langfristige Stabilität und ist sehr, sehr pessimistisch, was den weiteren Wirtschaftsverlauf und den Handlungsspielraum der Wirtschaftspolitik angeht ("Asia may be willing to sponsor the west for now, but not in perpetuity. Eventually Asia will find alternatives in part by deepening its own debt markets. Within a few years, western governments will have to sharply raise taxes, inflate, partially default, or some combination of all three. As painful as it may seem, it would be far better to start bringing fundamentals in line now.")
Viel Spaß beim Lesen.

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