Sonntag, 2. August 2009

Rekordrezession

Eine eingängige Methode, um die Tiefe von Rezessionen darzustellen, ist eine Abbildung, die anzeigt um wieviel Prozent die Produktion (Bruttoinlandsprodukt) in jedem Quartal unter dem vorher irgendwann mal erreichten Höchststand liegt. (In Aufschwungsphasen hat dieses Maß also den Wert 0 %.)

Die folgende Darstellung zeigt deutlich, dass (a) die Rezession in Deutschland stärker als in den USA zugeschlagen hat und (b) die derzeitige Rezession sowohl in Deutschland als auch in den USA heftiger ist als alle vorherigen Rezessionen seit dem zweiten Weltkrieg. In Deutschland lag der (reale) Wert der Produktion im ersten Quartal z.B. um knapp 7 % unter jenem im ersten Quartal 2008, bevor die Rezession begann.


Da nicht mit einem allzu kräftigen Aufschwung zu rechnen ist, dürfte es noch einige Zeit dauern bis wieder genausoviel Güter und Dienstleistungen produziert werden, wie vor Ausbruch der Rezession im ersten Quartal 2008. Unter der Annahme, dass die Produktion im zweiten Quartal 2009 stagniert hat und danach mit 0,5 % pro Quartal (das wären ca. 2 % pro Jahr) expandieren wird würde es bis zum Jahr 2012 dauern. Da zusätzlich der Produktivitätsfortschritt in dieser Zeit weitergehen wird (immer weniger Arbeitskraft ist nötig, um die gleiche Menge an Gütern zu produzieren) lässt dies Schlimmes für die Arbeitsmarktentwicklung erwarten...

Kommentare:

Nicolas hat gesagt…

...kann ich hier bitte auch mal was Positives zum Arbeitsmarkt lesen? Vielleicht stagniert aufgrund der verringerten Arbeitsleistung (wg. Kurzarbeit) ja auch der Produktivitätsfortschritt und alles geht schneller.

Jonas Dovern hat gesagt…

Eine Verkürzung der Arbeitszeit wird eher in die entgegengesetzte Richtung laufen, weil a) diejenigen die noch was arbeiten eigentlich produktiver sein müssten, wenn sie weniger arbeiten, und b) wahrscheinlich zuerst jene Arbeitnehmer Arbeitszeit verkürzen, die momentan relativ weniger produktiv sind.

Nicolas hat gesagt…

Mein Punkt war eher weit hergeholt und bezieht sich nur auf den letzten Satz des Posts - angenommen, dass die Produktion wie angegeben wächst, wären bei einer gleichbleibenden Produktivität (da weniger Zeit / Ressourcen in F&E gesteckt werden) die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt nicht ganz so schlimm. Und ich glaube auch, dass Unternehmen bei der Wahl der 'freizusetzenden' Arbeitnehmer nicht unbedingt immer die Wahl bzw. Kenntnisse über die individuelle Produktivität haben ;)

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