Freitag, 25. September 2009

Zimmermann zu Wirkungen von Prognosen

Klaus Zimmermann, Chef des DIW, bleibt bei seiner Meinung, dass das Veröffentlichen von "pessimistischen" Konjunkturprognosen im vergangenen Herbst den Abwärsstrudel der Rezession verstärkt hätten.

Mir ist dagegen keine einzige Studie bekannt, die diese Wirkungsrichtung belegt (also dass niedrige Konjunkturprognosen die Stimmung dämpfen und dann ursächlich für einen stärkeren Wirtschaftseinbruch sind). Vielmehr ist es doch (leider) so, dass sich die kurzfristigen Prognosemodelle alle auf Frühindikatoren wie Auftragseingänge oder Umfragen stützen, in denen der Abschwung schon sichtbar sein muss, bevor er in Prognosen umgesetzt wird - die Prognosen hinken der Wirklichkeit deshalb eher hinterher als sie zu beeinflussen.

(Technisch ausgedrückt gibt es eine Granger-Kausalität von Wirtschaftsindikatoren auf Konjunkturprognosen - man findet sie aber nicht in der umgekehrten Wirkungsrichtung.)

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