Mittwoch, 7. Oktober 2009

Liquidität und Solvenz

Willem Buiter beschreibt in seinem Blog noch mal anschaulich den Unterschied zwischen Liquidität und Solvenz im Bankensektor und welche ökonomischen Implikationen dieser hat. Er zeigt, dass sich die Politik im vergangenen Jahr in erster Linie versucht hat die Liquidität im Bankensystem wiederherzustellen bzw. die Banken dahin zu treiben viel zu viel liquide Aktiva zu halten, während eigentlich die Zentralbanken einfach nur als letzte Instanz für "Notliquidität" herhalten könnten. Im Gegensatz dazu wurde laut Buiter sträflich vernachlässigt das Solvenzproblem im Bankensektor auch nur annähernd ausreichend zu thematisieren und darauf wirtschaftspolitisch zu reagieren.

Hintergrund: Nach dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise im vergangenen Herbst konnten Banken nicht mehr auf dem "freien Markt" kurzfristig liquide Aktiva handeln, weil das Vertrauen zwischen Banken weg war. Das wurde durch die Notenbanken aufgefangen. Aber es ist immer noch so, dass die Banken viel mehr Liquidität halten als sie eigentlich benötigen, weil sie immer noch nicht sicher sind, ob sie im Notfall schnell genug Mittel am Markt aufnehmen können, wenn es bei ihnen zu einem Liquiditätsengpass kommt. Hier geht es also um kurzfristige Liquiditätsengpässe.

Dagegen ist das Hauptproblem im Bankensektor (weswegen auch über eine Kreditklemme orakelt wird), dass das Eigenkapital der Banken relativ zu ihrer Bilanzsumme zu gering ist - die durchschnittliche Bank steht der Insolvenz näher als es gut wäre. Hier geht es also um eine Schieflage in der Bilanz der Banken. Dieses Problem ist aber - gerade in Deutschland - bislang noch nicht mit besonders viel Energie angegangen worden.

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