Mittwoch, 23. Dezember 2009

Allianz-Prognose

Der Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, fordert die Geldpolitik schnell zu straffen (ich meine das von ihm auch schon an anderer Stelle gelesen zu haben). Bei einer Allianzprognose für den Anstieg des realen BIP in 2010 von 2,8 % wäre das - eine ähnliche Entwicklung für den übrigen Euroraum unterstellt - wohl auch angebracht.

Ich weiß nur nicht, wo sooo viel Optimismus herkommt. Um nur einen Punkt zu nennen: Es ist alles andere als klar, dass das deutsche Bankensystem wieder gesund genug ist, einen Aufschwung zu finanzieren. Im Gegenteil: Hohe Abschreibungen dürften die Situation im kommenden Jahr noch angespannter werden lassen.

Und bei einer deutlich pessimistischeren Einschätzung der konjunkturellen Dynamik besteht wohl für längere Zeit kein Risiko, dass die Verbraucherpreise deutlich anziehen - eher im Gegenteil: Das Deflationsrisiko ist zwar nicht akut...könnte es aber werden, wenn die EZB zu früh restriktiver wird.

Mit seinem Argumten, dass sich gerade wahrscheinlich schon wieder Blasen an den Finanzmärkten bilden, hat Herr Heise natürlich ein gutes Argument. Nur kann dagegen meiner Meinung nach nicht mit dem gleichen Instrument, das zur Sicherung des Verbraucherpreisniveaus genutzt wird (den EZB-Zinsen), vorgegangen werden, sondern es sollten Mechanismen/Regelungen im Bereich Kapitalanforderungen o.Ä. gesucht werden, die Finanzblasenbildung bei konjunkturell gebotenem niedrigen Zinsniveau verhindern.

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