Dienstag, 15. Dezember 2009

Kapitalverkehrskontrollen

Ich bin gerade auf eine Pressemitteilung des DIW gestoßen, in der es um eine Einschätzung der jüngsten Ankündigung der EZB geht, die unbegrenzte Liquiditätsversorgung des Bankensektors demnächst wieder einzuschränken. Unter anderem steht darin der folgende Satz, der sich auf eine Situation bezieht, in der die Fed die Inflation nicht unter Kontrolle hält, die EZB dies aber trotzdem tun sollte:
„Die resultierenden Carry Trades in Verbindung mit Kapitalverkehrskontrollen [gemeint sind wohl Kontrollen, die die Carry Trades verhindern] wären eindeutig das kleinere Übel, verglichen mit der Entstehung einer neuen Monsterblase.“
Ich kann das nur so interpretieren, dass hier gefordert wird, für den Fall, dass eine Koordination der Geldpolitik scheitert, unilateral Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. Das kann man machen - und vielleicht ist es sogar die "second-best"-Lösung. Aber ziemlich starker Tobak ist es schon...und ich wunder mich, dass dieser Vorschlag anscheinend sonst noch nirgens diskutiert wurde.

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