Sonntag, 28. März 2010

Wie mit Griechenland umgehen?

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka-Bank, schlägt in einem FR-Internview als einfachsten Weg vor, die EU-Zahlungen an "Problemländer" überproportional zu erhöhen, damit diese durch die Förderung wettbewerbsfähiger werden.
Kater: [...] Ein mögliches Instrument lautet: Wachstumshilfen für die Defizitländer.
FR: Wachstumshilfen?
Kater: Mehr Geld aus den EU-Fonds, wie dem Kohäsionsfonds. Dieser Fonds ist geschaffen worden, damit die Südländer rascher wachsen und so leichter aufschließen können. Hier müssen die Mittel aufgestockt werden.
FR: Kurzum: Die Überschussländer, die ja zugleich Gläubiger sind, müssen die Defizitländer, die die Schuldner sind, zahlungsfähig halten. Sei es durch Finanzhilfen oder Umverteilung.
Kater: So ist es. Allerdings sollte es die Gelder nicht geben, um Konsum zu finanzieren, sondern um leistungsfähiger zu werden.
Mir fällt dazu nur ein, dass der einfachste Weg ja nicht notwendigerweise der beste, bzw. auch nur einer der besten sein muss! Erstens: Das wäre ja ein Schritt hin in Richtung "Bail-out" ohne jegliche Bedingungen. Zweitens: Hand auf's Herz! Wie sollen denn höhere EU-Zahlungen die Wettbewerbsfähigkeit griechischer Unternehmen erhöhen? Praktikabel sind in großem Umfang ja nur Hilfen für Infrastrukturprojekte - und an einem darbenden Bausektor haben die PIGS ja in den vergangenen Jahren wohl wahrlich nicht gelitten. Und außerdem: Warum überhaupt Wachstumshilfen? Der Konvergenzprozess im Euroraum scheint doch zu funktionieren...jedenfalls hatte Griechenland in den vergangenen Jahren eine dramatisch höhere Wachstumsrate der Wirtschaftsleistung als Deutschland - vielleicht nur in den falschen Sektoren! Aber dass die EU jetzt ganz genau weiß, wie gefördert werden sollte, damit es in Zukunft besser läuft, dass bezweifle ich doch stark!

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