Freitag, 30. April 2010

IWF-Konditionen für Griechenland

Anscheinend haben sich die griechische Regierung und der IWF auf Bedingungen für die Gewährung von Finanzhilfen durch den IWF und die EU an Griechenland geeinigt. Die Maßnahmen umfassen:
  1. Kürzung von Gehältern im öffentlichen Dienst (Streichung der 13. und 14. Monatsgehälter sowie Einfrierung der Löhne für drei Jahre).
  2. Eine weitere Anhebung der Umsatzsteuer (auf bis zu 25 %).
  3. Anhebung des Rentenalters von 53(!) auf 67 Jahre.
  4. Streichung von Saisonzuschlägen für Pensionäre.
Insgesamt sollen so bis zu 24 Mrd. Euro eingespart, bzw. an Mehreinnahmen generiert werden.

Donnerstag, 29. April 2010

Das Jobwunder ...

... geht weiter. Im April ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland überraschen (immer noch nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre?) stark zurückgegangen. Insgesamt waren 162 000 Menschen weniger arbeitslos als im März.

Krise macht auch Banken zu schaffen

Und zwar insbesondere in Griechenland. Die FTD schreibt dazu:
"Die Transaktionen [mit der EZB] machen Schätzungen zufolge rund acht Prozent ihrer [der griechischen Banken] aggregierten Bilanzsumme aus. Zum Vergleich: Bei den spanischen Instituten liegt der Wert bei zwei Prozent. Zum Jahresende 2009 hatten die vier größten griechischen Banken mit der EZB Refinanzierungsgeschäfte über 36 Mrd. Euro abgeschlossen."
Das gleiche Problem - wenn auch in geringerem Ausmaß - bekommen alle Finanzinstitute im Euroraum, die griechische Staatsanleihen halten und als Sicherheit nutzen. Siehe dazu auch die Box auf Seite 87 im Gutachten der Gemeineschaftsdiagnose.

Mittwoch, 28. April 2010

Die Lage spitzt sich weiter zu

Die Kurse griechischer Staatsanleihen fallen ins Bodenlose. So stieg die Rendite für eine Anleihe, die in knapp 2 Jahren fällig wird, auf über 16 % und jene einer Anleihe, die bis Ende 2019 läuft, auf 9,7 %.

Kurs der Anleihe mit Laufzeit bis 2012:

Kurs der Anleihe mit Laufzeit bis 2019:


Die Märkte rechnen nun also fest damit, dass es bei kurzlaufenden Anleihen zu einer, wie auch immer gearteten, Schuldenumstrukturierung kommt, bei der auf einen nennenswerten Teil der Rückzahlungen verzichtet werden muss.

Dienstag, 27. April 2010

Ach, dass aber auch alles so kompliziert ist...

...wie zumBeispiel die Sache mit der Griechenlandrettung und der Beteiligung von Banken daran. Guckst Du hier!

Wirtschaftspolitik in Sachen Griechenland

Gustav Horn findet, dass "die nur zögerlichen Hilfszusagen die Tragödie des Landes [Griechenland] nur verschlimmert [haben]".
"Dieser Weg hätte so ausgesehen: Die EU hätte frühzeitig, also schon vor Wochen, glaubwürdig und klar erklären müssen, eine gemeinsame Verantwortung für das gleichberechtigte Mitglied des gemeinsamen Binnenmarktes zu übernehmen. Inklusive der Bereitschaft, unter Auflagen und im Notfall Zahlungen an Griechenland zu garantieren.

Solch eine Erklärung hätte die Spekulation deutlich erschwert und damit den dramatischen Kursverfall griechischer Anleihen verhindert. Die Zinslasten für Griechenland an den Finanzmärkten wären wohl im Rahmen geblieben. Und genau dies hätte die Chance erhöht, dass sich der Staat aus eigener Kraft retten kann. Dadurch wären auch die deutschen Steuerzahler geschont worden. Glaubwürdigkeit und Klarheit zahlen sich eben aus."
In die gleiche Kerbe schlägt die FTD.

Ich denke, an dieser Argumentation ist etwas Wahres dran. Sicherlich hätte es bei einer anderen Politikreaktion für den heutigen Tag ein anderes Gleichgewicht gegeben, in dem sich Griechenland weiter über die Finanzmärkte hätte finanzieren können.

Global Imbalances II

Und hier ein Beitrag aus dem Economist über die andere Seite der Medaille.
"Consumer debt [in the US] rose from an average of less than 80% of disposable income 20 years ago to 129% in 2007. If other crises of the past half-century are any guide, America’s consumers will spend the next six or seven years reducing their debt to more manageable levels, reckons the McKinsey Global Institute. This is already changing the composition of economic activity. Consumer spending and housing rose from 70% of GDP in 1991 to 76% in 2005 [...]. By last year it had fallen back to 73%, still high by international standards."

Montag, 26. April 2010

Global Imbalances

Ein Beitrag auf VoxEU beschäftigt sich mit dem Beitrag, den eine Erhöhung der chinesischen Konsumausgaben für den Abbau der großen Leistungsbilanzsalden haben kann. Fazit der Authoren: Die Auswirkungen auf die Verhältnisse in den Industrieländern sind sehr minimal.
"[...] that Chinese policy has a relatively small impact on developed economies' macroeconomic circumstances. It estimates that major reduction in Chinese saving would improve US employment by less than one quarter of a percentage point."
Eine Analyse des gleichen Sachverhalts für eine Konsumerhöhung in Deutschland und die Salden in Griechenland, Spanien, etc... wäre mal interssant.

Risikoprämien steigen weiter

Solange nicht hundertprozentig klar ist, dass die EU/IWF-Hilfe für Griechenland kommt - und zwar ohne eine Restrukturierung der griechischen Staatsschulden, scheinen die Risikoaufschläge weiter Rekordhoch nach Rekordhoch zu erklimmen.

Ich denke, wenn die Hilfe ihre Hauptaufgabe erfüllen soll - nämlich die Zinsbelastung des griechischen Staats wieder auf ein "Normalmaß" (wo auch immer das ist) zu senken, dann sollte demnächst schnell gehandelt werden.

Freitag, 23. April 2010

Jetzt ist es so weit:

Wahnsinn? Oder grenzenlose Übertreibung?

Stimmungsindikatoren "around the world" steigen, steigen und steigen. Jetzt hat auch der ifo-Index wieder (fast) das Niveau der Jahre 2006/07 erreicht (die Erwartungskomponente liegt schon fast drüber).

Da fragt man sich doch aber, ob das wirklich von den Befragten ernstgemeint sein kann, dass die Erwartungen wieder so gut sind wie vor dem Superaufschwung vor der Krise. Falls ja, dann müssten die Ökonomen, die gerade erst wiederentdecken, was man aus früheren Finanzkrisen so alles lernen kann, gleich wieder alles vergessen!

Kann es nicht sein, dass sich durch die Erfahrungen der Rekordrezession ohne historisches Vorbild die Niveaus hier ein wenig verschoben haben?

Donnerstag, 22. April 2010

Griechenland, Klappe die (gefühlte) tausendste

Da sitzt man mal einen Tag im Zug - und wenn man aussteigt, hat Griechenland schon wieder neue Horrornachrichten produziert. Was ist passiert?

Heute wurde bekannt, dass das griechische Budgetdefizit für 2009 nochmals - auf jetzt 13,6 % des BIP - korrigiert werden musste.
Das hat dazu geführt, dass die Risikoaufschläge nochmals sprunghaft gestiegen sind - und die Kreditwürdigkeit Griechenlands herabgestuft wurde.
Für den Außenwert des Euro sind das alles schlechte Nachrichten - er sank auf ein Rekordtief für dieses Jahr ggü. dem US-Dollar.

Bei dieser Zinshöhe ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Griechen den IWF anrufen müssen. Wenn dann allerdings die Zinsen für griechische Staatsanleihen nicht sinken, dann sind die 45 Mrd. Euro von EU und IWF auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein!!!

Mittwoch, 21. April 2010

Verfahren gegen Goldman Sachs

Die Börsenaufsicht in den USA hat ein Verfahren gegen Goldman Sachs eingeleitet. Hier eine Übersicht mit Hintergründen aus der FAZ:
"Die Investmentbank soll Kunden verschwiegen haben, dass der Hedge-Fonds Paulson & Co. bei der Auswahl von verlustträchtigen Papieren für ein komplexes Paket zweitklassiger Hypothekenanleihen beteiligt war. Solche Wertpapiere standen im Zentrum der Finanzkrise, und Goldman-Kunden wie die deutsche Bank IKB verloren mit diesem Anleihepaket einen dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag, während Paulson auf Ausfälle bei Immobiliendarlehen und auf fallende Häuserpreise in Amerika wettete und damit Milliarden verdiente.
[...] Die Behörde wird nun versuchen, Goldman als führendes Haus der Wall Street in die Knie zu zwingen, und auch von anderen Banken eine Abkehr von fragwürdigen Geschäftspraktiken fordern. Am Ende könnte eine stärkere Transparenz bei Produkten wie Anleihepaketen oder Derivaten stehen. Die Klage gegen Goldman Sachs könnte der Auftakt zu einer breiteren und schärferen Regulierung der Wall Street sein."
Wolfgang Münchau ruft vor diesem Hintergrund in der FTD schon das "Ende von Goldman Sachs" aus und fordert wieder einmal eine Regulierung des Schattenbanksystems (Zustimmung!) und eine starke Begrenzung des Handels mit CDS (Zustimmung!).

Dazu passt ein Beitrag im Economist-Blog, der sich Skepisch über die Segnungen der modernen Finanzindustrie zeigt:
"[...] if financial sector growth is so good for the real economy it ought to be easier for its defenders to demonstrate this empirically. Sure, one can find financial innovations that seem helpful and posit how the general process of groth and innovation in finance could be good for growth, but the costs of a large financial sector are extremely apparent while even the most ardent backers of financial innovation have a difficult time explaining how economic performance would have been harmed by restrictions on financial activity. Obviously, finance has made a lot of people rich, but that's not the same thing as being good for growth on net. It shouldn't be that hard to tease out some evidence of truly positive effects, and yet no one is out there making a compelling quantitative case. That should probably tell us something."

IWF warnt vor Problemen auf Finanzmärkten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in einer neuen Studie vor neuen Finanzmarktproblemen aufgrund eines steigenden Zinsniveaus. Vor diesem Hintergrund scheinen die Konjunkturprognosen des IWF vielleicht ein wenig optimistisch.

Dienstag, 20. April 2010

Hilfen für Fluglinien

Hoffentlich hört die Diskussion um staatliche Hilfen für durch die Flugausfälle der vergangenen Tage in Probleme gekommene Fluglinien ganz schnell wieder auf. Denn wer solche wirklich temporären Einnaheausfälle nicht über den Kapitalmarkt ausgleichen kann - wenn die Probleme denn wirklich so groß wären -, der hat dann sicher ganz andere (strukturelle) Probleme als nur ein paar Aschewolken.

Zum Glück scheint die öffentliche Meinung momentan (noch) sehr ablehnend gegenüber Staatshilfen zu sein (z.B. hier und hier). Mal hoffen, dass diesmal der Lobby widerstanden werden kann...

Soros-Initiative

Der Economist fragt sich, ob es George Soros mit seinem neugegründeten Institut schafft, die Art wie Ökonomie betrieben wird grundlegend zu verändern.

Donnerstag, 15. April 2010

Verletzung des "Bail-Out"-Paragraphens

In der Diskussion um die EU-Hilfen für Griechenland wird in Deutschland häufig argumentiert, jegliche Hilfszusagen würden die EU-Verträge brechen, in denen ein Verbot von "Bail-Outs" einzelner Länder durch die EU oder andere Mitgliedsstaaten festgeschrieben stände.

Da ein Hilfspaket ja nun beschlossen ist (und auch entgegen des EU-Marketings einen gehörigen Subventionsanteil über Zinsen, die unter dem derzeitigen Marktniveau liegen, enthält) habe ich mal in die Verträge hineingeschaut, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die EU so ein Paket beschließt, wenn ihre 1001 Juristen nicht wasserdicht geprüft haben, dass so ein Vorgehen ok ist.

Nun bin ich kein Jurist, sondern konnte die Formulierungen nur mit gesundem Menschenverstand prüfen. Der sagt mir allerdings, dass ein Verbot eines "Bail-Outs" durch Mitgliedsstaaten dort nicht zu finden ist. In Artikel 125 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU heißt es:
Die Union haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen von Mitgliedstaaten und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens. Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens.
Für mich heißt das, dass kein Verpflichtung dafür besteht. D.h. es ist kein Automatismus vorgesehen, nach dem die Gläubiger eines bankrotten Mitgliedslandes einen Anspruch auf Zahlungn durch andere Mitgliedsstaaten haben. Eine freiwillige Zusage für einen "Bail-Out" schließt das aber ja nicht aus. Vor allem, wenn man sieht, dass zwei Artikel vorher explizit von Verboten gesprochen wird, wenn es darum geht, Hilfen durch die EZB auszuschließen:
Überziehungs- oder andere Kreditfazilitäten bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (im Folgenden als „nationale Zentralbanken“ bezeichnet) für Organe, Einrichtungen oder sonstige Stellen der Union, Zentralregierungen, regionale oder lokale Gebietskörperschaften oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sonstige Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Unternehmen der Mitgliedstaaten sind ebenso verboten wie der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln von diesen durch die Europäische Zentralbank oder die nationalen Zentralbanken.
Das alles heißt nicht, dass man aus ökonomischen Gründen zu dem Schluss kommen kann, dass ein "Bail-Out" problematisch oder in Gänze abzulehnen ist. Aber das sollte dann ökonomisch begründet werden - ein Verweis auf die EU-Verträge zieht an dieser Stelle nicht.

Frühjahrsgutachten (jetzt offiziell)

Um 11h ist das Frühjahrsgutachten der Institute veröffentlicht worden, an dem in den vergangenen drei Wochen in Kiel gearbeitet wurde.

Die Institute rechnen mit einem mäßigen Aufschwung. Positiv ist aber, dass es wahrscheinlich trotz der Tiefe der Rezession auch in den kommenden Monaten keinen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt geben wird. Im Gegenteil: Die Institute rechnen für 2011 mit einem Sinken der Arbeitslosigkeit!!! Käme das so, wäre Deutschland fast ohne Blessuren am Arbeitsmarkt durch die Rekordrezession gekommen.

Das Sonderthema (Kapitel 6) behandelt dieses Mal die Divergenzen im Euroraum unter besonderer Betrachtung der griechischen Probleme und die daraus zu ziehende n wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen.

Mittwoch, 14. April 2010

Nicht nur Griechenland hat Probleme

Der Economist hat einen ausführlichen Bericht über die Probleme Japans in der jüngsten Ausgabe. Diese Probleme bestehen in einer Staatsverschuldung, gegenüber der sich die griechische wie die Finanzlage einer "schwäbischen Hausfrau" ausnimmt, und zunehmender Deflation.

Montag, 12. April 2010

Kommentare zur Rettung

Die deutsche Pressewelt kommentiert die Einigung auf Modalitäten für ein Rettungsprogramm für Griechenland wie folgt:

Handelsblatt:
"Die Euro-Staaten haben sich auf ein Rettungspaket für Griechenland geeinigt. Warum nicht gleich so? [...] Aus der griechischen Schuldenkrise ist längst eine Eurokrise geworden. Sie schwächt die Gemeinschaftswährung und gefährdet den Zusammenhalt der Währungsunion."
FTD:
"Die Behauptung von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, das Land bekäme keinen Zugriff auf subventionierte Zinsen, ist schlicht nicht haltbar. [...] Politisch ergibt die Formel dagegen Sinn: Ziel der Eurogruppe ist gerade das Verschleiern: Sie will den Griechen günstigere Kredite zur Verfügung stellen als diese auf dem Markt bekämen - ohne dass die Subvention für jeden sofort ersichtlich wäre."
Sueddeutsche Zeitung:
"Es ist eine Lebenslüge der Währungsunion, Staaten ohne Stabilitätskultur vor sich hinwurschteln zu lassen. Griechenland und andere Länder brauchen klare Vorgaben etwa für Defizite, die mit Strafzahlungen und Subventionskürzungen durchgesetzt werden. Statt ein solches System zu installieren, haben die Euro-Regierungschefs einander auf dem Gipfel vorgegaukelt, eine Nothilfe löse alle Probleme. Diese Leugnung der Realitäten dürfte für Europas Steuerzahler noch teuer werden."
Frankfurter Rundschau:
"Es ist schon bedrückend zu sehen, wie sich die Politiker des mächtigsten Wirtschaftsraums der Welt von einigen Spekulanten treiben lassen."

Sonntag, 11. April 2010

Rettungsplan für Griechenland steht

...wie das Handelsblatt berichtet.
"EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, es gebe auch eine Vereinbarung für die Zinssätze. Für einen Drei-Jahres-Kredit seien rund fünf Prozent Zinsen fällig. „Wir haben nun die Werkzeuge und die Instrumente in der Hand, die schnell genutzt werden können, falls dies nötig ist“, sagte der Finne. Das ist wesentlich niedriger als die derzeit an den Märkten verlangten Sätze. Die Rendite für zehnjährige griechische Staatsanleihen lag in der vergangenen Woche deutlich oberhalb von sieben Prozent."
Die Konditionen stehen also fest. Jetzt liegt es in der Hand der griechischen Regierung, das Rettungspaket abzurufen.

Freitag, 9. April 2010

Start der Griechenlandrettung am WE?

Marktteilnehmer spekulieren bereits, dass die Rettungsprogramme für Griechenland am kommenden Wochenende anlaufen müssen, um die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Aus dem Handelsblatt:
"Eine Studie der schweizer UBS-Bank gießt unterdessen frisches Öl ins Feuer: Griechenland könnte nach Meinung der Fachleute bereits am Wochenende den IWF um Hilfe ersuchen."

Gemeinschaftsdiagnose in Kiel

Das Handelsblatt berichtet etwas blumig über die Arbeiten an der Gemeinschaftsdiagnose in Kiel. Ergebnisse werden dann kommenden Donnerstag veröffentlicht.
"Es erinnert an die Papstwahl: Abgeschottet von der Außenwelt ringen deutsche Spitzen-Ökonomen an der Kieler Förde um eine gewichtige Entscheidung."

Donnerstag, 8. April 2010

Finanzstressindikator, Ergebnisse für März 2010

Im März ist der von mir monatlich berechnete Finanzstressindikator deutlich von (leicht hoch revidierten) 0,29 auf -0,09 gefallen. Ursächlich dafür war vor allem die geringere Volatilität in diversen Marktsegmenten (Bankaktien, DAX, langfristige Bundesanleihen).

(Zu beachten: Der Indikator basiert einzig auf Größen, die sich auf Deutschland beziehen. Problematische Entwicklungen außerhalb (wie z.B. die Griechenlandkrise) schlagen sich nur in einem erhöhten Indexstand wieder, sofern sie die Finanzmärkte in Deutschland bewegen.)

Mittwoch, 7. April 2010

Fünf enttäuschende Jahre...

...erwarten die USA laut Robert Shiller. U.a. fordert er deswegen ein zusätzliches Konjunkturprogramm in einem Umfang des bereits aufgelegten.
"Ich habe keine feste Zahl im Kopf, aber ich bin schon der Überzeugung, dass wir noch mal etwas Großes benötigen - ein Volumen, das vergleichbar ist mit dem des ersten Stimulusprogramms."
Außerdem warnt er davor die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit auf die leichte Schulter zu nehmen:
"Ich warne seit langem vor dieser Gefahr und sehe die Notwendigkeit, dass die Wirtschaftspolitik in den USA auf die wachsende Ungleichheit im Land reagiert, etwa über Änderungen im Steuersystem. Es kann noch bedrohlich werden, wenn wir eine wachsende Anzahl von Menschen nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt unterbringen. Dann könnten wir in den nächsten ein, zwei Dekaden vor Problemen stehen, welche die aktuelle Krise in den Schatten stellen."

Dienstag, 6. April 2010

Hmmm...

...das Vertrauen in Griechenland scheint noch nicht so richtig wiedergekehrt zu sein.

2. griechisches Maßnahmenpaket

Die griechische Regierung hat ein zweites Paket mit Maßnahmen vorgelegt, um die derzeitige Krise zu meistern (hier). Dieses zweite Paket ziehlt weniger auf eine schnelle Sanierung der Staatsfinanzen ab (wie das erste), sondern ist ein Versuch die mittelfristigen Wachstumskräfte zu stärken.

(Einschätzungen und Meinungen gibt es aufgrund der laufenden Arbeiten zur Gemeinschaftsdiagnose erst wieder Ende kommender Woche.)

Sonntag, 4. April 2010

Wirtschaftliche Ungleichheit...

...geht laut den Aussagen von Richard Wilkinson in einem Interview in der ZEIT mit höheren sozialen Problemen einher. Analog dazu wird im Wirtschaftswunder der Ökonom Thomas Piketty zitiert, der einen Zusammenhang zwischen ungleicher Einkommensverteilung und der Entstehung von Finanzkrisen herstellt.

Samstag, 3. April 2010

Zukunft der Gemeinschaftsdiagnose

Das Handelsblatt nimmt die derzeitigen Arbeiten an der Frühjahrsprognose der Wirtschaftsforschungsinstitute zum Anlass über die Zukunft der Gemeinschaftsdiagnose zu sinnieren.