Montag, 12. April 2010

Kommentare zur Rettung

Die deutsche Pressewelt kommentiert die Einigung auf Modalitäten für ein Rettungsprogramm für Griechenland wie folgt:

Handelsblatt:
"Die Euro-Staaten haben sich auf ein Rettungspaket für Griechenland geeinigt. Warum nicht gleich so? [...] Aus der griechischen Schuldenkrise ist längst eine Eurokrise geworden. Sie schwächt die Gemeinschaftswährung und gefährdet den Zusammenhalt der Währungsunion."
FTD:
"Die Behauptung von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, das Land bekäme keinen Zugriff auf subventionierte Zinsen, ist schlicht nicht haltbar. [...] Politisch ergibt die Formel dagegen Sinn: Ziel der Eurogruppe ist gerade das Verschleiern: Sie will den Griechen günstigere Kredite zur Verfügung stellen als diese auf dem Markt bekämen - ohne dass die Subvention für jeden sofort ersichtlich wäre."
Sueddeutsche Zeitung:
"Es ist eine Lebenslüge der Währungsunion, Staaten ohne Stabilitätskultur vor sich hinwurschteln zu lassen. Griechenland und andere Länder brauchen klare Vorgaben etwa für Defizite, die mit Strafzahlungen und Subventionskürzungen durchgesetzt werden. Statt ein solches System zu installieren, haben die Euro-Regierungschefs einander auf dem Gipfel vorgegaukelt, eine Nothilfe löse alle Probleme. Diese Leugnung der Realitäten dürfte für Europas Steuerzahler noch teuer werden."
Frankfurter Rundschau:
"Es ist schon bedrückend zu sehen, wie sich die Politiker des mächtigsten Wirtschaftsraums der Welt von einigen Spekulanten treiben lassen."

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