Mittwoch, 21. April 2010

Verfahren gegen Goldman Sachs

Die Börsenaufsicht in den USA hat ein Verfahren gegen Goldman Sachs eingeleitet. Hier eine Übersicht mit Hintergründen aus der FAZ:
"Die Investmentbank soll Kunden verschwiegen haben, dass der Hedge-Fonds Paulson & Co. bei der Auswahl von verlustträchtigen Papieren für ein komplexes Paket zweitklassiger Hypothekenanleihen beteiligt war. Solche Wertpapiere standen im Zentrum der Finanzkrise, und Goldman-Kunden wie die deutsche Bank IKB verloren mit diesem Anleihepaket einen dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag, während Paulson auf Ausfälle bei Immobiliendarlehen und auf fallende Häuserpreise in Amerika wettete und damit Milliarden verdiente.
[...] Die Behörde wird nun versuchen, Goldman als führendes Haus der Wall Street in die Knie zu zwingen, und auch von anderen Banken eine Abkehr von fragwürdigen Geschäftspraktiken fordern. Am Ende könnte eine stärkere Transparenz bei Produkten wie Anleihepaketen oder Derivaten stehen. Die Klage gegen Goldman Sachs könnte der Auftakt zu einer breiteren und schärferen Regulierung der Wall Street sein."
Wolfgang Münchau ruft vor diesem Hintergrund in der FTD schon das "Ende von Goldman Sachs" aus und fordert wieder einmal eine Regulierung des Schattenbanksystems (Zustimmung!) und eine starke Begrenzung des Handels mit CDS (Zustimmung!).

Dazu passt ein Beitrag im Economist-Blog, der sich Skepisch über die Segnungen der modernen Finanzindustrie zeigt:
"[...] if financial sector growth is so good for the real economy it ought to be easier for its defenders to demonstrate this empirically. Sure, one can find financial innovations that seem helpful and posit how the general process of groth and innovation in finance could be good for growth, but the costs of a large financial sector are extremely apparent while even the most ardent backers of financial innovation have a difficult time explaining how economic performance would have been harmed by restrictions on financial activity. Obviously, finance has made a lot of people rich, but that's not the same thing as being good for growth on net. It shouldn't be that hard to tease out some evidence of truly positive effects, and yet no one is out there making a compelling quantitative case. That should probably tell us something."

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