Dienstag, 18. Mai 2010

Nix is' mit der großen Geldschwemme

Die EZB hat heute ihr erstes Einlagengeschäft zum Ausgleich der Staatsanleihenkäufe durchgeführt; dabei wurde ihr ca. zehnmal soviel Geld angeboten, wie sie dem Markt entziehen wollte und dann auch entzogen hat - zu einem Zins der mit 0,28 % deutlich unter den maximal möglichen 1 % lag. Ein Auszug aus dem FTD-Artikel darüber:
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die durch Käufe von Staatsanleihen in der vergangenen Woche entstandene Liquidität wieder abgesaugt. Die Geldhäuser bestürmten die Notenbank am Dienstag regelrecht. Das Geschäft mit einwöchigen Einlagen ("Term Deposits") war fast zehnfach überzeichnet. Die Banken erhalten von der Zentralbank im Schnitt einen Zins von 0,28 Prozent für ihre Gelder, die sie für eine Woche bei der EZB parken - und damit mehr als am Geldmarkt. Laut der EZB boten 223 Banken insgesamt 162,7 Mrd. Euro.
Was sagt uns das alles? Im Moment scheint alles andere als die Gefahr zu bestehen, dass das Finanzsystem die durch die EZB bereitgestellte Liquidität (wenn die EZB z.B. jetzt Staatsanleihen kauft, dann bringt sie damit "Geld unter die Leute", weil ja der Verkäufer der Anleihe Geld von der EZB dafür erhält) dazu nutzt Geld und Kredite zu schöpfen. Im Gegenteil ist es so, dass das Geld bei den Banken gehortet wird - und sie dann eben froh sind, es zu mickrigen Zinsen wieder bei der EZB zu parken. Technisch gesprochen ist der Geldschöpfungsmultiplikator immer noch sehr gering, d.h. aus jedem Euro, den die EZB zur Verfügung stellt, wird momentan viel weniger breite Geldmenge generiert als in "normalen" Zeiten.

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