Mittwoch, 30. Juni 2010

Arbeitsmarkt weiter positiv

Die jüngsten Zahlen zum Arbeitsmarkt zeigen weiter eine sehr erfreuliche Entwicklung. Im Juni waren nur noch 3,153 Personen arbeitslos (nach offizieller Statistik). Die Quote liegt mit 7,5 Prozent beinahe wieder auf dem Niveau von vor der Finanzkrise - und das, obwohl die gesamtwirtschaftliche Produktion noch deutlich niedriger liegt. Schaut doch gut aus...

Geldmarkt

Am Donnerstag läuft das "riesen Einjahresgeschäft", das die EZB vergangenen Sommer angeboten hat aus. D.h., dass die Banken mehr als 400 Mrd. Euro an die EZB zurückzahlen müssen.

Dass im Vorgriff darauf schon jetzt Liquidität gebunkert wird, sieht man daran, dass die jüngste Aktion, um die Liquidität aus den Anleihekäufen abzuschöpfen, nicht richtig funktioniert hat. Von den gewünschten 55 Mrd. Euro wurden nur knapp 32 Mrd. Euro eingesammelt, weil es einfach nicht mehr Gebote von Banken gab.

Update: Auch beim heute angebotenen Dreimonatsgeschäft war die Nachfrage geringer als gedacht.

Probleme der GKV

Die GKV in Deutschland stecken anscheinend in finanziellen Schwierigkeiten.

Da kann man die nächste "Jahrhundertreform" ja schon erahnen...

Dienstag, 29. Juni 2010

Kreditklemme?

Kommt die Kreditklemme noch, wie der Kreditmediator der Bundesregierung in der FAZ unkt? Kann schon sein...wer weiß, was die deutschen Banken noch abschreiben müssen, wenn sich die Krise noch mal zuspitzt. Aber die momentanen Umfragen bei Unternehmen deuten eher darauf hin, dass sich die Situation trotz anziehender Investitionen entspannt:

Der Anteil der Firmen, die über Probleme klagen, liegt gerade mal 10 Prozent über dem Niveau von 2007, also dem Hochpunkt des Aufschwungs, wo noch keiner etwas von Finanzkrise wusste.

Umfrage unter deutschen Ökonomen

Auch in diesem Jahr wurde eine Umfrage unter deutschen Ökonomen durchgeführt (von der FTD und dem Verein für Socialpolitik). Im Wirtschaftswunder sind die Ergebnisse nachzulesen.

Kostprobe:
Kann Finanzpolitik ein effektives Instrument sein, den Konjunkturzyklus zu stabilisieren?

20102006
Ja17,912,1
Ja, unter Vorbehalt70,155
Nein9,628,8
Keine Meinung2,44


Update: Hier die Links zum zweiten und dritten Teil der Ergebnisse.

BIZ über niedrige Zinsen

Die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) hat ihren neuen Jahresbericht veröffentlicht und warnt darin u.a. vor den Folgen einer langen Periode so niedriger Zinsen wie derzeit. Den dazugehörigen FTD-Artikel gibt's hier.

Mindestlohn

Es scheint ja ein heilloses Chaos zu herrschen bei der Umsetzung und Kontrolle der branchenspezifischen Mindestlöhne.

Wäre nicht mit einem einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn auf niedrigem Niveau (, das von mir aus von den Tarifparteien überschritten werden kann,) Vieles einfacher?

Freitag, 25. Juni 2010

Arbeitsmarktparadies

"Arbeitsmarktparadies" betitelt SPON das Szenario, das das IAB für den Arbeitsmarkt im Jahr 2020 in Deutschland zeichnet. Der neuen Studie zufolge soll die Zahl der Nicht-Arbeitenden dann bei nur noch 1,5 Mio. Personen liegen. Der Rückgang ggü. rund 5 Mio. Personen derzeit (Arbeitslose plus "stille Reserve") basiert hauptsächlich auf dem starken Rückgang des Erwerbspersonenpotentials.

Donnerstag, 24. Juni 2010

OECD-Faktenbuch

Die OECD hat ihr neues Faktenbuch herausgegeben. Wer also mal auf der Suche ist nach Wirtschaftsdaten, kann dort immer mal einen Blick reinwerfen. Es scheint alles online verfügbar zu sein.

Hier als Beispiel mal das BIP pro Kopf für ausgewählte Länder:

Mittwoch, 23. Juni 2010

Urteil zur Tarifeinheit in Deutschland

Das Bundesarbeitsgericht hat die Tarifeinheit, d.h. dass für gleiche Tätigkeiten in einem Betrieb jeweils nur ein Tarifvertrag gelten kann, in Deutschland für nicht rechtens erklärt. Damit können bzw. müssen Betrieben in Zukunft wohl öfter mit mehreren Gewerkschaften Verträge aushandeln.

Nun wird vermutet, dass dies zu Belastungen bei beiden Tarifparteien, also sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber, führt (z.B. durch längere Verhandlungszeiten, mehr Streiks, etc.). Das Urteil befördert wohl auch den Trend hin zu immer kleineren "Spezialgewerkschaften" für einzelne Berufsgruppen, die ihre Position in Unternehmen dadurch besser (auch ggü. anderen Arbeitnehmern) durchsetzen können.

Gedanken zur geplanten Bankenabgabe ...

... haben sich die Kollegen am IWH gemacht. Ihr Fazit:
"Eine Bankenabgabe, richtig als Beschleuniger der Staatsentschuldung gestaltet, kann hilfreich sein. Sie ist verursacherorientiert in dem Sinne, dass sie Teile der direkt zuzuordnenden Kosten der Weltfinanzkrise den Mitverantwortlichen abverlangt. Einer eventuell möglichen Verschlechterung des Bankenratings steht eine Verbesserung des Souveränratings gegenüber. Falsch gestaltet, beispielsweise als ein Notvermögen, das aber tatsächlich die gewünschten Leistungen mangels Masse nicht erbringen kann, vernichtet sie Eigenkapital, erzeugt möglicherweise Kreditklemmen, verlängert die gegenwärtige Krise und kann sogar zu einem Mehr an unerwünschtem Risikoverhalten führen. Dann ist es besser, auf sie zu verzichten."

Galí über die monetäre Säule der EZB-Strategie

In einem neuen Diskussionspapier schreibt Galí über den Nutzen, bzw. die Performance der monetären Säule in der Wirtschaftsanalyse der EZB. Er kommt zu dem Fazit, dass in der Vergangenheit nicht wirklich klar war, wie monetäre Entwicklungen interpretiert wurden und in die Entscheidungen der EZB einflossen. Außerdem diskutiert er, dass eine "Weiterentwicklung" dieser Säule stärker auf Finanzmarktstabilität fokussiert sein sollte als auf das reine Betrachten von monetären Aggregaten.
"Controversies around its monetary pillar have not prevented the ECB from carrying out its job effectively over the past eleven years: it has attained (at least to a reasonable degree) its quantitative objective for inflation; it has anchored medium-term inflation expectations around that objective; and it has responded effectively and pragmatically to the stream of challenges, big and small, that the crisis has given rise to. But “not being harmful” does not mean “being useful.” The evidence reviewed in the present paper calls into question the usefulness for policymaking of the money-focused analysis, as illustrated by limited weight that the monetary analysis seems to have played during the crisis and in the run-up to it.
Paradoxically, the financial crisis may end up vindicating the monetary pillar, and restoring its weight in monetary policy analysis. But the resulting pillar is likely to be a highly reconstructed version of the original one, with a strong emphasis on financial stability issues rather than monetary developments."

Dienstag, 22. Juni 2010

England will sparen

... und zwar so, dass das deutsche Sparprogramm - so es denn umgesetzt wird - dagegen recht unbedeutend wirkt.
Die neue Regierung will das Defizit von knapp 150 Mrd. Pfund in diesem auf nur noch 20 Mrd. Pfund im Fiskaljahr 2015/2016 drücken. Ambitioniert!

Sparen oder nicht sparen?

Und wenn ja, dann wer?

Ein Handelsblatt-Beitrag gibt eine gute Übersicht mit einem vielstimmigen Chor von Reaktionen auf die Kritik Krugmans an der Wirtschaftspolitik im Euroraum.

Call for a Finance Watch

Eine Gruppe von EU-Abgeordneten hat einen Aufruf gestartet, in dem sie zur Bildung von NGOs im Bereich Finanzwesen aufrufen, um einen Gegenpol zum Informations- und Meinungsbildungsmonopol der Finanzindustrie zu bilden (Hintergrundbericht dazu aus der FTD):
"[...] There is nothing extraordinary if [...; financial] companies make their point of view known and have discussions on a regular basis with legislators. But it seems to us that the asymmetry between the power of this lobbying activity and the lack of counter-expertise poses a danger to democracy. Indeed, this lobbying activity should be balanced by that of others. [...]
As European elected officials in charge of financial and banking regulations, we therefore call on civil society (NGOs, trade unions, academic researchers, think-tanks...) to organize to create one (or more) non-governmental organization(s) capable of developing a counter-expertise on activities carried out on financial markets by the major operators (banks, insurance companies, hedge funds, etc ...) and to convey effectively this analysis to the media. [...]"
Ich denke hier sind auch bestehende Forschungseinrichtungen angesprochen, vorhandene Expertise besser in den politischen Beratungsprozess einzubringen.

Montag, 21. Juni 2010

Chimerica

Ist das Handelsbilanzungleichgewicht zwischen den USA und China vielleicht in erster Linie ein amerikanisches und kein chinesisches Problem?

Quelle: Economist.

Jedenfalls scheinen die anderen Industrieländer bei gegebenem Wechselkurs die Handelsbilanz mit China einigermaßen ausgleichen zu können - zuletzt gab es sogar wieder leichte Überschüsse ggü. China.

Großes Interview mit Paul Krugman ...

... im Handelsblatt, in dem die europäische Wirtschaftspolitik nicht gut wegkommt - nach Meinung von Paul Krugman.

Nachtrag: IfW-Sommerprognose veröffentlicht

Schon am vergangenen Donnerstag wurde die Sommerprognose des IfW veröffentlicht:
In den vergangenen Monaten haben sich die Frühindikatoren deutlich verbessert. Die konjunkturelle Dynamik dürfte in der ersten Jahreshälfte deutlich höher gewesen sein, als von uns im vergangenen März geschätzt wurde. Für das Jahr 2010 insgesamt prognostizieren wir einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,1 Prozent (Prognose im März: 1,2 Prozent). Die Zunahme im Jahr 2011 setzen wir mit 1,2 Prozent deutlich niedriger an als in unserer Prognose vom März (1,8 Prozent), vor allem weil die Finanzpolitik im kommenden Jahr dämpfend wirkt und sich die Weltkonjunktur stärker abschwächt als bisher erwartet. Die Zahl der Arbeitslosen wird weiter spürbar sinken.
Hier der Link zum Volltext der Deutschlandprognose und jener für die Weltwirtschaft.

Samstag, 19. Juni 2010

China kündigt flexiblen Wechselkurs an

Es hat sich schon länger angekündigt, nun wird es aber wohl demnächst ernst. China hat angekündigt, demnächst die strenge Fixierung des Wechselkurses am US-Dollar aufzugeben. Tendenziell läuft das dann wohl auf eine Aufwertung des Yuan hinaus. Schadet nicht, um das Heißlaufen der Konjunktur in China zu dämpfen und die Konjunktur in den Industrieländern anzuschieben...

Mittwoch, 16. Juni 2010

Bankenstresstestergebnisse

Anscheinend prescht Spanien demnächst vor - und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis andere Länder damit nachziehen müssen, die Stresstestergebnisse für ihre Banken zu veröffentlichen. Und bislang ist mir noch nicht klar geworden, warum das schlecht sein soll (außer vielleicht für einzelne Banken, die schlecht kapitalisiert sind).

Der Bundesverband Deutscher Banken wird damit zitiert, dass "[e]ine Veröffentlichung der erwarteten Finanzlage einzelner Institute oder Länder in Extremsituationen [...] viel Raum für Fehlinterpretationen [biete]". Behauptet die gleiche Lobby sonst nicht immer, dass Finanzmärkte das beste Instrument sind, aus einem unübersichtlichen Wirrwarr von Informationen die richtigen relativen Preise abzuleiten...?

Dienstag, 15. Juni 2010

Effiziente Märkte

Sollten Märkte nicht dann am besten funktionieren, wenn Teilnehmer alle Informationen berücksichtigen können? Im Fall des Bankensektors soll dies nach Meinung vieler nicht gelten. Die Banken und auch viele Regierungen in Europa sträuben sich immer noch dagegen, die Ergebnisse der durchgeführten Stresstests für einzelne Banken zu veröffentlichen.

Wachsende Einkommensungleichheit in Deutschland ...

... und die anvisierten Maßnahmen zur Budgetsanierung werden nichts daran ändern (hier).

Freitag, 11. Juni 2010

Finanzstressindikator, Ergebnisse für Mai 2010

Der Finanzstressindikator, den ich monatlich berechne, ist im Mai deutlich gestiegen. Er legte von (leicht nach oben revidierten) -0,11 im April auf 0,28 zu.


Im Zuge der Griechenlandkrise nahmen die Risikoaufschläge wieder zu. Vor allem erhöhte sich aber die Volatilität - sowohl am Aktienmarkt als auch am Markt für Bundesanleihen.

Neue Konjunkturprognose der Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank hat ihre neue Konjunkturprognose vorgestellt - und die Aussichten kräftig nach oben revidiert. Hier der Link zur Übersicht in der FTD. Und hier der Link zum kompletten Text der Bundesbank.

Die vorerst letzte IfW-Prognose, an der ich mitarbeite, erscheint in knapp einer Woche am 17. Juni.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Einschätzung zum Sparprogram der Bundesregierung

Clemens Fuest ist nicht so angetan vom Programm der Bundesregierung - und hat wohl Recht damit, dass der Umfang des Programms mittelfristig nicht ausreicht, gerade weil bei vielen Posten unklar ist, ob und in welcher Höhe sie tatsächlich Einnahmen generieren, bzw. Minderausgaben schaffen.

Auch Wolfgang Wiegard, Mitglied des Sachverständigenrats, meint, dass man mehr hätte machen können.

Einschätzung zum Rettungspaket für Griechenland

Mein ehemaliger Kollege am IfW Jens Boysen-Hogrefe hat einen kurzen Aufsatz mit einer Einschätzung zum Rettungspaket für Griechenland veröffentlicht.
„Grundsätzlich sind befristete Liquiditätszusagen und auch das Rettungspaket für Griechenland zu begrüßen. Die Rettungsmaßnahmen sind kurzfristig deutlich risikoärmer verglichen mit alternativen Überlegungen, wie dem Ausschluss einzelner Länder aus dem Währungsraum. Indessen [muss] am Rettungspaket nachge­bessert werden. Griechenland [steht] vor erheblichen strukturellen Wirtschafts- und Haushaltsreformen mit großen konjunkturellen Risiken. Die Laufzeit des Programms [kann] daher ungenügend sein und die Formulierung der Sparziele in Form von nominellen Budgetquoten ist problematisch. Die EU [soll] deshalb die Laufzeit verlängern. Zudem sind neue institutionelle Regeln erforderlich, wenn 2013 das Rettungspaket ausläuft und der IWF Griechenland wieder verlässt."

Dienstag, 8. Juni 2010

Rating für neue EU-Agentur

Die Zweckgesellschaft der EU für den Rettungsschirm für insolvente Mitgliedsstaaten ist unter Dach und Fach. Sie wird voraussichtlich ein Toprating bekommen, obwohl viele Mitgliedsstaaten dies nicht haben. Aus dem Handelsblatt:
"Erreicht werden soll die Spitzenbewertung im konkreten Falle durch zusätzliche Absicherungen. Garantiegeber sind die 16 Euro-Länder. Von denen verfügen aber etliche im Gegensatz zu Deutschland nicht über die Top-Bonitätsbewertung AAA. Daher bedarf es zusätzlicher Absicherungen, damit die Anleihen der Zweckgesellschaft bestens eingestuft werden. Es handelt sich um eine Aktiengesellschaft nach luxemburgischem Recht. Die Europartner übernehmen Anteile gemäß ihrem Verteilungsschlüssel bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein zusätzlicher Sicherheitsaufschlag von 20 Prozent soll die optimale Kreditwürdigkeit der Gesellschaft garantieren."
Das operative Geschäft der Kreditaufnahme soll im Ernstfall durch die deutsche Finanzagentur erfolgen.

Montag, 7. Juni 2010

Mehr Macht für Eurostat

Demnächst soll beschlossen werden, dass Eurostat mehr Befugnisse erhält, die statistischen Angaben der Mitgliedsländer im Detail zu überprüfen. Aus der FAZ:
"Eurostat soll direkten Zugriff auf die Daten aller staatlichen Stellen, von Bundes- bis Gemeindeebene, erhalten. Das betrifft auch die Daten der Sozialversicherung. Die Staaten müssen dem Statistikamt detaillierte Angaben über die zugrunde liegende Rechnungslegung oder auch die genutzten Fragebogen bereitstellen. Stellt Eurostat bei der Bewertung der Risiken schwerwiegende Probleme fest, kann das Amt weiterhin Inspektionen im Land vornehmen."
Ich denke, dass dies ein überfälliger Schritt ist - gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Vergangenheit. Und ehrlich gesagt, war ich, als über die "griechischen Schummeleien" diskutiert wurde, überrascht, dass das bislang noch nicht so war.

Sparprogram

Hier der Link auf Spiegel Online zu einer Liste von Sparmaßnahmen, die die Bundesregierung wohl für die kommenden Jahr ins Auge fasst. Und hier ist, was Fabian Lindner auf Herdentrieb davon hält - nämlich nix. Ich muss mir mein Urteil erst noch bilden...

Donnerstag, 3. Juni 2010

Mit Aktien reich werden?

Interessante Graphik aus der FTD.


Das relativiert ein wenig die Meinung, dass Aktien langfristig die höchste Rendite einfahren. Wäre interessant mal den Vergleich mit Rentenentwicklung in Gold ausgedrückt zu sehen.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Nobelpreisträger über den Euro und Bankenregulierung

Die Sendepause ist ein wenig länger geworden als eine Woche - und in der kommenden Zeit wird der Beitragsfluss auch eher dünn bleiben...

Oliver Williamson, der letztjährliche Nobelpreisträger, spricht in einem Handelsblattinterview unter anderem über den Euro ("Zu früh eingeführt") und Finanzmarktregulierung:
"HB: Was sollten die Aufsichtsbehörden besser machen?
Williamson: Wir müssen genau analysieren, worin das Staatsversagen bestanden hat: Lag es am Design der Regeln oder eher an den Akteuren? Möglicherweise liegt es an beidem. Wir müssen vorsichtig mit Regulierungsempfehlungen umgehen. Es muss dabei mehr rauskommen als ein Trostpflaster, sonst sollte man lieber noch abwarten, bis wir die Probleme besser verstehen."
Da habe ich eine andere Meinung. Sollte man nicht besser direkt erstmal so regulieren, dass die immensen Kosten einer Finanzmarktkrise mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht noch mal auftreten können? Und wenn man die Thematik noch nicht ganz versteht, muss man eben vorsichtshalber "ein bisschen mehr" regulieren. Erst, wenn man die Thematik dann versteht, sollte man überflüssige Regelungen, die nur das Wachstum bremsen - aber keine Sicherungs- bzw. Lenkungseffekte haben, wieder abschaffen. Es kann doch nicht, sein, dass es so rum laufen sollte, wie Williamson meint!