Freitag, 30. Juli 2010

Big Mac Discount

Selbst dem Economist unterlaufen Fehler. Aber wer konnte denn auch wissen, dass in Argentinien gerade eine Sonderaktion lief, als die Preise für den neuen Big-Mac-Index gesammelt wurden...?

Nach der korrigierten Tabelle befinden sich jetzt nur noch asiatische Länder in der Gruppe der am meisten unterbewerteten Währungen.

Konjunktur in den USA verlangsamt sich

Nach den schwachen Indikatoren der vergangenen Tage zeigt nun auch die Veröffentlichung der Produktionszahlen für das zweite Quartal für die USA eine Verlangsamung der Konjunktur an. Das reale BIP nahm nur noch um 2,4% (saisonbereinigt) ggü. dem Vorquartal zu. Außerdem wurden die Zahlen für die vergangenen Quartale mehrheitlich nach unten revidiert - die Rezession war also schärfer als vorher geschätzt und die Erholung schwächer.

Update: Die folgende Abbildung zeigt das Ausmaß der Datenrevision. Das Niveau der Produktion war im zweiten Quartal niedriger als nach vorheriger Schätzung für das erste Quartal angenommen worden war.

Aktiva der EZB

Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Aktiva des Eurosystems, d.h. im Großen und Ganzen die Vermögenswerte der EZB. Die Gegenpositionen dazu sind im weitesten Sinne Zentralbankgeld, d.h. je größer die Bilanzsumme der EZB ist, umso höher ist auch die umlaufende Zentralbankliquidität.

Die Entwicklung zeigt, dass von einer Rücknahme der extrem expanisven Geldpolitik noch keine Rede sein kann. Und ich denke auch nicht, dass das im Moment schon angebracht wäre. Zwar läuft die Konjunktur in Deutschland recht ordentlich; aber im übrigen Euroraum sieht es nicht so gut aus. Und ab demnächst bremst dann auch die Finanzpolitik in den meisten Ländern...

Donnerstag, 29. Juli 2010

Arbeitsmarkt in den USA schmiert ab, Teil 2

Noch eine nette Graphik zum US-Arbeitsmarkt. Und zwar die Beveridge-Kurve:


Die Kurve zeigt das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen für jeden Monat ab Januar 1960. (Die Daten für die offenen Stellen vor 2000 habe ich auf Basis der Arbeit von Barnichon (2009) geschätzt.)

Während der jüngsten Rezession sank die Zahl der freien Stellen; die Zahl der Arbeitslosen stieg gleichzeitig aber deutlich stärker als nach dem relativ stabilen Muster seit 1980 zu erwarten gewesen wäre. Nach der Rezession, als wieder mehr Stellen angeboten wurden, sank die Arbeitslosigkeit kaum. D.h. momentan gibt es bei einem gegebenen Niveau von freien Stellen, deutlich mehr Arbeitslose als es vor der Großen Rezession der Fall war. Das Ausmaß der Verschiebung der Beveridge-Kurve nach rechts-unten im Zuge der jüngsten Rezession kann nur mit der Entwicklung während und nach der Rezession Mitte der 1970er verglichen werden; damals blieb die Arbeitslosenquote danach für über eine Dekade auf einem deutlich erhöhten Niveau.

Arbeitsmarktaufschwung weiter intakt

Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt hat sich auch im Juli fortgesetzt. Saisonbereinigt ging die Zahl der Arbeitslosen um 20.000 ab. Auch die Bedeutung der Kurzarbeit hat weiter abgenommen. Die Meldung wurde allgemein positiv aufgenommen (hier und hier).

Aufarbeitung des EU-Gipfels im Mai

Die FAZ berichtet ausführlich über eine Studie des Historikers Peter Ludlow, in der er die Ereignisse auf dem EU-Gipfel zur "Euro-Rettung" im Mai detailliert nachzeichnet.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Verschärfung der Konditionen für Refinanzierungsgeschäfte

Die EZB hat angekündigt ab dem 1. Januar 2011 die Konditionen für Refinanzierungsgeschäfte wieder zu straffen. (Details gibts hier.)

Die EZB versucht somit, den Weg aus der ultralockeren Geldpolitik weiterzugehen. Wie insbesondere die Bankensysteme der PIIGS-Staaten darauf regieren werden, bleibt abzuwarten ...

Bericht zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland

Das Statistische Bundesamt hat heute den Indikatorenbericht 2010 zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland veröffentlicht. Dort findet sich eine schöne Übersicht über Zahlen und Fakten zurLebensqualität und Zukunft in Deutschland.

High Debt --> Low Growth?

...zumindest nicht ersichtlich aus den US-Daten, wie Paul Krugman (hier und hier) sowie John Irons und Josh Bivens darlegen.

Also ist Vorsicht geboten, wenn sich Argumente auf die Arbeit von Reinhart und Rogoff beziehen.

Fannie und Freddie

Eine Ursache dafür, dass die Konjunktur in den USA nicht richtig in Gang kommt, ist, dass es auf dem Immobilienmarkt immer noch nicht rund läuft. Der Economist schreibt einen Bericht über die Probleme der US-Regierung, die unter staatliche Aufsicht gestellten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wieder "abzuwickeln". Das ganze Unterfangen stellt sich als nicht so einfach dar, weil momentan fast der gesamte Wohnungsmarkt von den staatlich garantierten Finanzierungsen dieser beiden Unternehmen abhängt.
"The hesitancy [Zögern, die Verstaatlichung zurückzunehmen] is understandable. Millstones though they are, the two firms remain critical to the economy. In the first quarter they and Ginnie Mae (which unlike Fannie and Freddie has always enjoyed the explicit backing of the state) guaranteed 96.5% of all newly originated mortgages, according to Inside Mortgage Finance, a newsletter."
Solange die Nachfrage nach Immobilien nicht wieder etwas mehr in Gang kommt, dürfte der Spielraum für die Immobilienpreise nach oben sehr begrenzt sein - und die Konjunktur nicht richtig in die Gänge kommen. (Denn: "Housing IS the Business Cycle" wie Edward Leamer so schön schreibt.)

Dienstag, 27. Juli 2010

Das "Double-Dip"-Gespenst geht um

Nachdem die Konjunkturdaten in den USA reihenweise enttäuscht haben, wird nun wieder über ein Abgleiten in eine neuerliche Rezession diskutiert. Robert Shiller beziffert das Risiko auf mehr als 50% (auf Basis welches Modells auch immer).

Dahinter steckt die schlechte Entwicklung von Indikatoren wie dem "National Activity Index" der Fed in Chicago, dem Verbrauchervertrauen und dem Immobilienmarkt.

Rentengarantie

Der Vorschlag, die Rentengarantie wieder abzuschaffen, hat wohl keine Aussicht auf Erfolg (Was auch nicht zu erwarten war; handelt es sich dabei doch um eine jener Entscheidungen, die einmal gefällt, aus Besitztstandswahrungsgründen nur in extremen Krisensituationen wieder rückgängig gemacht werden können.), obwohl sie eigentlich eine Frechheit ist und alle Nicht-Rentenempfänger dagegen auf die Barrikaden hätten gehen sollen.

Eine Anmerkung aber zu dem immer gerne gebrachten Argument, dass die nicht vorgenommenen Kürzungen ja in den Folgejahren nachgeholt würden und somit unter dem Strich das gleiche dabei rauskommt. Erstens: Sehr unwahrscheinlich, dass irgendwann mal wirklich alle angesammelten nicht-vorgenommenen Kürzungen auch wirklich nachgeholt werden. Zweitens: Selbst wenn, dann sind in der Zwischenzeit Milliarden von zusätzlichen Belastungen für die Rentenkassen und somit die heutigen Beitragszahler, bzw. den Staat entstanden. Für einen wirklichen Ausgleich müsste für einen gewissen Zeitraum in der Zukunft dann sogar weniger Rente ausgezahlt werden, als beim "normalen" Verlauf ohne Rentengarantie!

Quartalsbericht der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal deutlich weniger im Investmentbanking verdient. Auf der anderen Seite musste sie aber auch weniger Risikovorsorge für von Zahlungsausfällen bedrohte Kredite betreiben. Isgesamt blieben unter dem Strich rund 1,2 Mrd. Euro hängen.

Den gesamten Bericht gibt's hier.

Montag, 26. Juli 2010

Arbeitsmarkt in den USA schmiert ab

Wie es scheint, ist die strukturelle Arbeislosigkeit in den USA stark gestiegen. Die Abbildung zeigt eine Schätzung per HP-Filter zusammen mit der durchschnittlichen Dauer der Arbeitslosigkeit:

Auch wenn wohl Sonderfaktoren - über die ich mir noch nicht so klar bin - für einen Großteil des enormen Anstiegs verantwortlich sind (Anfang der 1990er gab es schon einmal einen strukturellen Bruch in der Beziehung der beiden Zeitreihen), geben die Zahlen zur Arbeitslosigkeitsdauer doch zu denken, ob die strukturelle Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahren nicht weit höher sein wird, als es eine Prognose auf Basis einfacher Filterverfahren derzeit nahelegen.

Freitag, 23. Juli 2010

Ergebnisse des Stresstests

Die Ergebnisse sind jetzt veröffentlicht. Hier der Link zur Zusammenfassung.

Big-Mac Index

Der neue Big-Mac Index ist da! Wie immer veröffentlicht vom Economist.


Am überbewertetsten sind demnach die Währungen von Norwegen und der Schweiz. Am anderen Ende der Rangliste liegen außschließlich asiatische Länder und Argentinien.

Wow!

Das ifo Geschäftsklima springt von 101,8 auf 106,2!!!


Das verheißt weitere Aufwärtsrevisionen bei den Konjunkturprognosen!

Ratingagenturen wollen vorerst nicht mehr raten!

Aufgrund eines Passus im neuen Finanzregulierungsgesetzt in den USA, nach dem Ratingagenturen für ihre Ratings verantwortlich gemacht werden können, haben diese beschlossen, vorerst keine offiziellen Ratings für neue Produkte mehr zur Verfügung zu stellen!

Ist schon komisch: Da soll jemand für das gerade stehen, für das er bezahlt wird und für das er sich als Experte sieht...und dann will es keiner mehr machen? Das kann doch nur heißen, dass da vorher was grundsätzlich schief gelaufen ist. Sind Ratingagenturen zu schlecht bezahlt, um das Risiko manchmaliger Fehleinschätzungen tragen zu können? Zeigt sich jetzt, dass die gängigen Ratingstufen durch die Bank zu optimistisch waren/sind und die Agenturen jetzt Muffensausen bekommen? Oder was steckt dahinter?

Donnerstag, 22. Juli 2010

Solow über DSGE-Modelle

Robert Solow hat vor dem US-Kongress über den Nutzen von DSGE-Modellen für die Wirtschaftspolitik in Rezessionen Rede und Antwort gestanden und kommt zu dem Schluss, dass sie nicht sehr hilfreich sind, um sich über den Sinn oder Unsinn von Konjunkturpolitik Gedanken zu machen:
"[...] To the extent that the observed economy is actually doing the best it can, given the
circumstances, it is already adapting optimally to whatever expected or unexpected disturbances come along. It can not do better. It follows that conscious public policy can only make things worse. If the government has better information than the representative agent has, then all it has to do is to make that information public. [...]

The point I am making is that the DSGE model has nothing useful to say about anti-recession policy because it has built into its essentially implausible assumptions the “conclusion” that there is nothing for macroeconomic policy to do. I think we have just seen how untrue this is for an economy attached to a highly-leveraged, weakly-regulated financial system. But I think it was just as visibly false in earlier recessions (and in episodes of inflationary overheating) that followed quite different patterns. There are other traditions with better ways to do macroeconomics.

One can find other, more narrowly statistical, reasons for believing that the DSGE approach is not a good way to understand macroeconomic behavior, but this is not the time to go into them. An interesting question remains as to why the macroeconomics profession led itself down this particular garden path. [...]"
Well, ...

Chinesische Blase

Dieter Wermuth bringt auf Herdentrieb einen schönen Erfahrungsbericht aus dem Reich der Mitte. Seiner Einschätzung nach ist das Risiko, dass es demnächst zu einem Platzen von Blasen in China und in der Folge zu einer Abnahme der Wachstumsraten kommt, derzeit relativ hoch.
"Aus Anlegersicht würde ich erst mal nicht darauf wetten, dass China in den nächsten ein oder zwei Jahren der Motor der Weltwirtschaft bleiben kann."

Mittwoch, 21. Juli 2010

Banco Santander

Die FTD preist den vermuteten "Sieger" des europäischen Bankenstresstests.

Beim Lesen fiel mir ein, dass branseins Ende 2008 bereits einen Beitrag über das "atypische" Geschäftsgebaren von Banco Santander im Heft hatte.

Die offizielle Veröffentlichung der Ergebnisse des Stresstests gibt's dann am Freitag. So wie es aussieht, wurden die Szenarien aber politisch so gewählt, dass mehr oder weniger alle Banken den Test bestanden haben. Der Erkenntnisgewinn ist also minimal. Das Handelsblatt schreibt dazu.
"Weder den Investoren noch den Banken wäre mit weichgespülten Prüfkriterien gedient."

Dienstag, 20. Juli 2010

Hintergründe zum Stresstest

Die FTD zeigt eine kurze und knappe Übersicht über die Szenarien, die bei den Stresstests für die Banken im Euroraum simuliert werden. Auch eine Liste der teilnehmenden Banken gibt's dort. Aus Deutschland dabei:
  • Deutsche Bank,
  • Commerzbank,
  • Hypo Real Estate Holding,
  • Landesbank Baden-Württemberg,
  • Bayerische Landesbank,
  • DZ Bank AG,
  • Dt. Zentral-Genossenschaftsbank,
  • Norddeutsche Landesbank,
  • Deutsche Postbank,
  • WestLB,
  • HSH Nordbank,
  • Landesbank Hessen-Thüringen,
  • Landesbank Berlin,
  • Dekabank,
  • Deutsche Girozentrale,
  • WGZ Bank.

Montag, 19. Juli 2010

Angst vor Staatspleite zurück

Die Angst vor einer Staatspleite ist zurück. Diesmal im Fokus: Ungarn, wo anscheinend die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds über weitere Hilfskredite stocken.

Weber-Porträt

Am vergangenen Freitag konnte man im Handelsblatt ein großes Porträt des Bundesbankpräsidenten Axel Weber lesen:
"Axel Weber ist hoch aufgestiegen. Aus einem Wissenschaftler wurde der Chef der Deutschen Bundesbank. Jetzt will er noch weiter hinauf, bis an die Spitze der Europäischen Zentralbank. Sein gefährlichster Gegner auf dem Weg dahin: er selbst. Wer ist der Mann, der EZB-Präsident werden will? Eine Spurensuche."

Samstag, 17. Juli 2010

Finanzstressindikator, Ergebnisse für Juni 2010

Der von mir monatlich berechnete Finanzstressindikator ist im Juni deutlich gestiegen. Die Schuldenkrise machte sich nun also auch auf den deutschen Finanzmärkten bemerkbar. Darüber hinaus dürften auch die Erwartungen über ein Abflauen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte zur Nervosität beigetragen haben.


Der Indexwert stieg auf 0,84 von (leicht aufwärtsrevidierten) 0,28 im Mai. Dies ist der höchste Anstieg seit Oktober 2008, also dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Freitag, 16. Juli 2010

John Taylor Interview

Hedges-Fonds-Manager John Taylor spricht in einem großen FTD-Interview über Spekulation, den Euro, die Bankenwelt.

Und sieht für meinen Geschmack ein bisschen zu schwarz für den Euroraum.

Kürzung des Elterngeldes

Anscheinend soll das Elterngeld noch stärker als bisher bekannt für Einkommensschwache gekürzt werden, bzw. für eine größere Gruppe von ihnen.

Das wäre ja vielleicht noch gutzuheißen, wenn dazu im Gegenzug mal endlich vorschulische Kinderbetreuungsangebote kostenfrei angeboten würden (Warum ist in Deutschland das Studium noch immer größtenteils Steuerfinanziert, Kindergärten und -krippen aber nicht? Alle ökonomischen Theorien und emprischen Studien sprechen dafür, dass es genau umgekehrt sein sollte!). Davon ist aber bislang in Deutschland noch nicht im entferntesten die Rede...

Update: Anscheinend halten es auch große Teile der Regierungskoalition für Murks.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Finanzmarktregulierung in den USA

Die neue Regulierung der Finanzmärkte in den USA ist so gut wie beschlossen. Der Senat hat heute dem Plan von Präsident Obama mit knapper Mehrheit zugestimmt. Eine Zusammenfassung des Beschlusses gibt's hier.

Die FTD schreibt:
"Die Neuordnung sieht einen Regulierungsrat unter Vorsitz des US-Finanzministers vor, der über mögliche Risiken für das Finanzsystem wachen soll. Zudem erhält die Regierung neue Vollmachten, alle zusammenbrechenden Finanzinstitutionen zu übernehmen und abzuwickeln. Die Befugnis der Regulierungsbehörden wird gestärkt, große Geldhäuser in kleinere Einheiten aufzuspalten, wenn sie drohen, das Finanzsystem zu gefährden.
Der hochprofitable, aber risikoreiche Eigenhandel der Banken wird eingeschränkt. Geldhäuser mit staatlich versicherten Spareinlagen dürfen nur sehr begrenzt in Hedge- oder Private-Equity-Fonds investieren. Der Umgang der Banken mit komplexen Finanzinstrumenten wird schärfer reguliert. Für den Handel mit riskanteren Derivaten wie etwa aus dem Rohstoffbereich müssen die Finanzinstitute mit eigenem Kapital ausgestattete Einheiten gründen. Ein Großteil des Geschäfts muss künftig über Börsen oder Clearing-Stellen laufen."
Jedenfalls sind die Amerikaner mal wieder schneller und pragmatischer, wenn es drauf an kommt...

Mittwoch, 14. Juli 2010

Ungleichheit und Finanzkrisen

Mark Schieritz greift im Herdentrieb die These auf, dass allein die wachsende Einkommensungleichheit für das Entstehen eines krisenanfälligen Finanzmarktumfeldes verantwortlich ist und schlussfolgert:
"Deshalb: Nicht in der Bankenregulierung, sondern in der Marko- und Verteilungspolitik liegt der Schlüssel zur Verhinderung künftiger Krisen."
Mein Kommentar dazu lautet:

Naja, ob man das Kategorische dieses Fazits teilen muss, weiß ich nicht. Wahrscheinlich stimmt es, dass eine ausgewogenere Einkommens- und Vermögensverteilung für höheres ausbalanciertes Wachstum notwendig ist.
Aber die seit dem Ende der 1970er inmmer laxer werdende Finanzmarktregulierung (bzw. das Nicht-Schritthalten der Regulierung mit den durch IT-Fortschritt möglichen Entwicklungen in dieser Branche) ist wohl doch auch eine Stellschaube, an der es zwecks Vermeidung weiterer Krisen zu drehen gilt.

Konjunkturdämpfung durch Wirtschaftspolitik

Wolfgang Münchau ist skeptisch, was den weiteren Aufschwung bei restriktiver Geld- und Fiskalpolitik im Euroraum angeht.

Dienstag, 13. Juli 2010

Entlohnung von Zeitarbeitern

Sogar die FDP denkt mittlerweile darüber nach, ob nicht gesetzlich vorgeschrieben werden sollte, Zeitarbeiter, wenn sie lange in einem Unternehmen beschäftigt sind, in gleicher Höhe wie die Stammbelegschaft zu entlohnen. Und direkt gibt es einen Aufschrei der Zeitarbeitsbranche...

Ich finde es überfällig, dass diese Regelung durchgesetzt wird. Der (sinnvolle) Sinn der Zeitarbeit ist es ja, mehr Flexibilität in den Unternehmen zu ermöglichen ... aber doch nicht die Senkung des Lohnniveaus für Beschäftigungsverhältnisse, die dann effektiv doch dauerhaft sind.

DIW kann doch noch prognostizieren ...

... jedenfalls wurde zum dritten Mal in Folge der Sieger eines großen Fußballturniers richtig vorhergesagt.

Rückgang der Insolvenzen

Der Rückgang der Insolvenzen in Deutschland hilft den Banken sich zu sanieren. Das wiederum bedeutet, dass das Risiko einer deutlichen Kreditverknappung wohl gesunken sein dürfte. (Siehe dazu auch diesen Post.)

Sonntag, 11. Juli 2010

Erholung

Nach meiner Woche Erholung im Urlaub habe ich erfreut gelesen, dass die deutsche Wirtschaft anscheinend weiterhin das gleiche tut: Sich erholen! Die Umsätze in der Industrie waren im Mai sehr stark, die Exporte boomen und legten im Mai um 9,2 % gegenüber dem Vormonat zu und der Euro scheint sich von der Schuldenkrise zu erholen und kostet bereits wieder 1,26 US-Dollar.

Einziger Wermutstropfen: Die Aufträge in der Industrie nahmen im Mai ab - allerdings nur sehr wenig im Vergleich zu den Anstiegen in den Monaten zuvor.

In Kürze wieder mehr Infos...

Freitag, 2. Juli 2010

Eine Woche Pause

Ich bin für eine Woche in Österreich und der Schweiz in Urlaub. Weitere Nachrichten auf dem Ökonomie-Beobachter gibt's erst wieder nachher.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Umschuldung in Griechenland

Nouriel Roubini spricht sich für eine Umschuldung der griechischen Staatsschulden aus.
"Es ist höchste Zeit einzugestehen, dass Griechenland nicht nur unter einer Liquiditätskrise leidet - es steht auch vor einer Insolvenzkrise. Die Ratingagenturen haben damit begonnen, die Schulden des Landes auf Ramschniveau herunterzustufen, die Zinsabstände auf griechische Staatsanleihen haben vergangene Woche neue Höchststände erreicht. Das 110 Mrd. Euro schwere Rettungspaket, auf das sich Europäische Union (EU) und Internationaler Währungsfonds (IWF) im Mai geeinigt haben, zögert die unvermeidliche Staatspleite nur hinaus und lässt das Risiko steigen, dass die Insolvenz ungeordnet verläuft. Stattdessen ist jetzt eine geordnete Umschuldung vonnöten."
Ich denke nur, dass man sich vorher Gedanken über eine Insolvenzordnung für Finanzunternehmen machen müsste, damit eventuell daraus resultierende Probleme im Finanzsektor nicht ausufern, oder dass die "Verlustquote" bei den Gläubigern relativ gering ausfallen müsste - aber dann wäre ja der Sinn der Umschuldung, nämlich die Schuldenlast Griechenlands zu reduzieren dahin.

Aber an sich wäre die Gläubiger in die Pflicht zu nehmen der bessere Weg als Griechenland einfach durch staatliche Hilfskredite zu stützen.