Donnerstag, 28. Oktober 2010

Trichet-Nachfolge

Das Rennen um die Nachfolge von EZB-Präsident Trichet geht weiter. Und so wie es aussieht wendet sich die Stimmung in der Politik mehr und mehr gegen Axel Weber.

Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter

Im Oktober waren nur noch 2,9 Millionen Arbeitssuchende registriert.

Vor ein paar Wochen war die große Nachricht noch, dass es dauerhaft unter 3 Millionen sein könnten. Heute melden sich erste Stimmen in den Medien zu Wort, die von Zahlen unter 2 Millionen sprechen. Da habe ich so meine Zweifel, weil wir langsam in Dimensionen vorstoßen, wo der Anteil an den Arbeitslosen derjenigen, die keinerlei Ausbildung haben, sehr groß wird.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Kommt der Aufschwung bei "den Leuten" an?

Auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland sind, wie hier schon mal erwähnt, Dinge, die Deutschland in den vergangenen Jahren gar nicht mehr gewohnt war, zu erwarten: Arbeitskräftemangel in bestimmten Bereichen und hohe Lohnabschlüsse.

Dies zeigt sich jetzt an ersten Punkten wie Tarifforderungen oder vorgezogenen Tariferhöhungen - wie bei Bosch angekündigt.

Meine Prognose ist, dass dies erst der Anfang ist und wir in den kommenden Jahren zumindest für qualifizierte Berufe noch deutlich höhere Lohnzuwächse sehen werden.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Arbeitsmarktperspektiven in Deutschland

Die FAZ schreibt einen für manch einen vielleicht erhellenden Artikel über die Perspektiven am deutschen Arbeitsmarkt und warum uns die Arbeit auch mit noch so viel technischem Fortschritt nicht ausgegangen ist.


Insgesamt ist der projektierte Rückgang des Arbeitskräftepotentials dramatisch!

Samstag, 23. Oktober 2010

Neuordnung des IWF

Die G20-Runde hat sich auf eine Änderung der Stimmrechte im Internationalen Währungsfonds geeinigt. Wichtige Schwellenländer sollen demnächst deutlich stärker repräsentiert sein. Aus der FAZ:
"Die zehn größten Anteilseigner mit den entsprechenden Stimmgewichten im Fonds sind künftig die Vereinigten Staaten, Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland, Indien und Brasilien. China löst Deutschland als Nummer drei unter den IWF-Anteilseignern ab. Grundsätzlich müssen nach der Einigungsformel Länder, die gemessen an ihren aktuellen Anteilen an der Weltwirtschaft im Fonds überrepräsentiert sind - dazu gehört auch Deutschland mit derzeit 6,1 Prozent - abgeben, während unterrepräsentierte Länder, wie China mit aktuell vier Prozent - aufgewertet werden."
Hier zeigt sich beispielhaft, dass sich die Kräfteverhältnisse mehr und mehr in Richtung der aufstrebenden, großen Länder verschieben.

Freitag, 22. Oktober 2010

Kommentare zum Nobelpreis

Michael Burda findet die diesjährige Wahl als "Volltreffer".

Olaf Storbeck merkt hingegen im Handelsblatt an, dass "[i]n der VWL [...] Theorien ausgezeichnet [werde], die die Realität nicht richtig erklären können". Er bezieht sich dabei auf das Shimer-Rätsel, dass die ausgezeichneten Modelle wichtige Realitäten nicht erklären können.

Und läuft, und läuft, und läuft

Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich langsam zum Käfer unter den Volkswirtschaften. Es brummt und läuft, und läuft, und läuft. Überraschend ist der ifo-Index deutlich gestiegen. Besonders bemerkenswert: Auch die Aussichten schätzen die Unternehmen wieder besser ein als im Vormonat.



Von einer deutlichen Verlangsamung des Aufschwungs ist im ifo-Index noch nichts zu sehen.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

QE2

James Hamilton hat auf Econbrowser in den vergangenen Tagen eine Reihe von Beiträgen über Zusammenhänge in Verbindung mit der möglichen Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe der Fed geschrieben. Für diejenigen, die verstehen möchten, warum und wie das eine oder andere in den USA demnächst implementiert werden wird.
Das alles mitsamt den Implikationen für das Weltwährungssystem wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Schuldennetzwerk

Die Bertelsmann Stiftung hat eine Betaversion einer Webseite vorgestellt, in der globale Netzwerke ökonomisch wichtiger Variablen dargestellt werden sollen: Stocks'n'Flows. Den Anfang machen Größen zum internationalen Netzwerk von Auslandsschulden.

Die Seite richtet sich in erster Linie an nicht-Ökonomen, die schnell bestimmte Zusammenhänge nachschauen wollen.

Ich bin an der Entwicklung der Seite am Rande beteiligt und würde mich freuen, hier Kommentare dazu zu lesen, welche Größen über internationale Verflechtungen zwischen Ländern die Blog-Leser für interessant halten.

Montag, 18. Oktober 2010

Dies und das...

Die FTD diskutiert die unterschiedlichen Ausrichtungen der EZB und der Fed und J. Stiglitz glaubt dabei nicht an einen Erfolg der Fed-Politik.
Unterdessen finden die Griechen schon wieder ein neues Loch in ihren Kassen und korrigieren das Defizit fuer 2009 erneut nach oben. N. Roubini glaubt, dass das dicke Ende in Europa noch kommt und verurteilt deswegen die Sparplaene der Bundesregierung.
Auch sind die juengsten Zahlen zur Produktion in den USA ueberraschend schwach. Insgesamt kein schoenes Gesamtbild - auch wenn Deutschland momentan recht weit oben mitspielt...

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2010

Das Herbstgutachten der Gemeinschaftsdiagnose ist heute veröffentlicht worden. Da ich nicht viel Zeit habe, hier nur der Link zum Gutachten und zur Kurzfassung. Die Prognosen für die jährlichen Zuwächse des realen BIPs liegen bei 3,5 % (2010) und 2,0 % (2011).

Dienstag, 12. Oktober 2010

Nobelpreis 2010

Der Nobelpreis für Ökonomie geht dieses Jahr an: Peter Diamond , Dale Mortensen and Christopher Pissarides.

Ich bin für ein paar Tage in Washington unterwegs und werde kaum Zeit für Beiträge haben.

Freitag, 8. Oktober 2010

Währungskrieg

Sieht so ein Währungskrieg aus? Das wäre dann aber eine ganz gewiefte Taktik Chinas, die sich mir nicht erschließt ...

Vielleicht also doch der Medienhype der Woche?

Selten-Interview

Reinhard Selten, der bisher einzige deutsche Nobelpreisgewinner für Ökonomie, hat dem Handelsblatt ein langes Interview gegeben.

Über die US-Konjunktur

Martin Feldstein, Paul Krugman und Jan Hatzius diskutieren über die Aussichten für die US-Wirtschaft (Link zum Video).
The Center on Budget and Policy Priorities, The Century Foundation, Demos and The Economic Policy Institute held a conference on October 5, 2010 with some of the nation's leading thinkers to discuss the critical economic choices and challenges confronting the nation. Panelists represented a range of perspectives on how to facilitate economic growth, spur public investment and reduce the national debt.
Schwierig auszumachen, wer der Pessimistischste ist. Am Ende aber wohl Paul Krugman ...

Dienstag, 5. Oktober 2010

Devisenmärkte

Die FAZ schreibt heute im Zusammenhang mit zunehmenden Interventionen an den Devisenmärkten:
"Die Volkswirtschaften aller Welt und auch die Finanzmärkte entfernen sich immer mehr vom Ideal der freien, sich selbst regulierenden Märkte."
Nun würde ich nicht dafür plädieren strikte Kapitalverkehrskontrollen oder andere harte Regulierungen, die Kapitaltransfers sehr weitgehend einschränken, einzuführen. Aber zu hinterfragen, ob es das angesprochene Ideal überhaupt gibt, oder ob es sich dabei nicht um ein Oxymoron handelt, ist denke ich angebracht.

Nobelpreis 2010

Am 11. Oktober wird verkündet, wer den (nicht ganz echten) Nobelpreis für Ökonomie dieses Jahr erhält. In einem anderen Blog habe ich ein paar Gedanken über potentielle Gewinner gefunden...

Gesundheitskosten

Ein Selbstbedienungsladen namens "Gesundheitssystem". Und die Lohnnebenkosten steigen ...

Reform des Umsatzsteuersystems

Kommt wohl nicht, weil man sich zu wenig zusätzliche Einnahmen verspricht...

Wie wäre es denn, wenn man die Reform machen würde, weil eine Vereinfachung und gerechtere Gestaltung des Systems durchaus geboten wäre?

Montag, 4. Oktober 2010

Finanzstressindikator, Ergebnisse für September 2010

Die Spannungen an den Finanzmärkten in Deutschland haben im September nach dem von mir monatlich berechneten Indikator wieder deutlich zugenommen. Der Indikator stieg von 0,17 auf 0,51 - und machte damit den starken Rückgang vom August fast vollständig wieder wett.


Übrigens veröffentlicht auch das IfW nun in seinen vierteljährlichen Konjunkturprognosen einen ähnlichen Index für den Euroraum und Deutschland.