Dienstag, 30. November 2010

Portugiesischer Finanzmarkt fragil

Die Notenbank in Portugal warnt in ihrem Finanzstabilitätsbericht davor, dass der Bankensektor Probleme bekommen wird, sollte es nicht gelingen, die Haushaltskonsolidierung schnell und glaubhaft durchzuführen.

Die Meldung wird die Flucht aus portugiesischen Staatsanleihen höchstwahrscheinlich nicht verlangsamen.

Konjunktur läuft weiter

Der Arbeitsmarktbericht für den November zeigt, dass die Konjunktur in Deutschland weiter gut läuft. Die Arbeitslosigkeit sank erneut.

Freitag, 26. November 2010

Stoppt den Wahnsinn

So langsam sollte mal eine ordentliche Lösung her, die dem Spuk ein Ende setzt.

Jetzt wird das Griechenland/Irland/Portugal-Spiel anscheinend mit Spanien gespielt. Einem Land, das natürlich Probleme hat hinsichtlich der Verschuldung des privaten Sektors und der Wettbewerbsfähigkeit. Das aber auf der anderen Seite in der Vergangenheit eine beispielhafte staatliche Haushaltsführung gezeigt hat und außerdem bei der vernünftigen Regulierung des Bankensektors ziemlich weit vorne war.

Sollte hier also demnächst wirklich was schief gehen, dann ist es an der Zeit über andere Dinge als die Sinnhaftigkeit oder die sinnvolle Ausgestaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts zu diskutieren.

Donnerstag, 25. November 2010

Finanzstabilitätsbericht

Kurz nachrichtlich: Die Bundesbank hat heute ihren Finanzstabilitätsbericht publiziert. Darin erkennt sie eine langsame Gesundung der Bankenbilanzen in Deutschland, spricht aber auch noch von Risiken. Hier eine Zusammenfassung aus dem Handelsblatt. Und hier der Link zum kompletten Bericht.

Mittwoch, 24. November 2010

Wirtschaft weiter optimistisch

Bzw. optimistischer! Das ifo-Geschäftsklima ist im November nochmals gestiegen. Mittlerweile liegt es so hoch wie noch nie nach der Wiedervereinigung. Positiv zu vermerken ist, dass sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen nach oben korrigiert wurden.


Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der Aufschwung (so man denn bei der noch immer niedrigen Kapazitätsauslastung schon von einem solchen spricht) in Deutschland wohl noch einige Zeit kräftig weitergeht.

Dienstag, 23. November 2010

Planungen für die Zeit nach Auslaufen des Rettungsfonds

Die FAZ berichtet über ein Arbeitspapier der Bundesregierung, in dem ein mögliches Verfahren zur Vermeidung von Zahlungsunfähigkeit einzelnen Euroraummitgliedsstaaten skizziert wird. Wichtigstes Element ist anscheinend eine einfachere (automatische) Beteiligung von Gläubigern an Umschuldungsmaßnahmen.

Exporte oder Nettoexporte

Hubert Beyerle argumentiert in der FTD, dass "der Exportbeitrag (ohne den Abzug der Importe) wichtiger als der Beitrag der Binnennachfrage fürs Wachstum". Da frage ich mich: Was bringt mir eine Betrachtung der Exporte anstatt der Nettoexporte (also mit Abzug der Importe)? Und ich antworte mir: Nichts.

Stellen wir uns eine Welt des super ausbalancierten Wachstums vor, in der es aber derzeit einen kräftigen Globalisierungsschub gibt, der dazu führt, dass in jedem Land der Welt, der Konsum hin zu ausländischen Waren verschoben wird. Herr Beyerle käme in dieser Welt zu dem Schluss, dass in allen Ländern, der Export viel wichtiger ist für die Wirtschaftsentwicklung als die Binnennachfrage, während tatsächlich der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrag in jedem Land gleich 0 wäre. Und da frage ich mich eben: Welchen Sinn macht eine Solche Betrachtung. (Und das in einer ansonsten passablen Zeitung!)

Zahlen zum Schuldennetzwerk im Euroraum

Als Hintergrundinfo zu den Schuldenkrisen von Griechenland, Irland und denen, die da noch kommen könnten, hier eine kleine Tabelle auf Basis von Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich:


Wie man sieht ist Irland ein besonders großer Schuldner für das deutsche Bankensystem. Vielleicht poltert unsere Regierung auch deswegen diesmal im Gegensatz zum Griechenland-Fall so wenig rum!

Portugal ist dann wieder eher ein Problem der Franzosen und vor allem Spanier ...

Details zur Wirtschaftsentwicklung in Q3 veröffentlicht

Die Details zur Entwicklung des BIPs im dritten Quartal zeigen, dass die Binnennachfrage 0,4% und der Außenbeitrag 0,3% zum Anstieg der Produktion beigetragen haben. Dies ist bereits das dritte Quartal in Folge, in dem die Binnennachfrage mehr beiträgt als die Nettoexporte.

Ich erwarte, dass sich dieser Trend in den kommenden Quartalen fortsetzen wird.

Sonntag, 21. November 2010

Irland hebt die Hand

Nun ist es offiziell: Irland hat darum gebeten, Finanzhilfen über den Rettungsfonds zu bekommen. In den nächsten Tagen werden die Verhandlungen anlaufen.

Interessant wird, welche Bedingungen der irischen Regierung aufgedrückt werden.

Update: Anscheinend ist schon generell beschlossen, dass geholfen werden soll (Umfang so ca. 100 Mrd. Euro). Bin gespannt auf den Ausgang der Verhandlungen hinsichtlich der Bedingungen.

Freitag, 19. November 2010

Niedriglohnsektor in Deutschland

Guter Kommentar, wie ich finde, zu den Problemen des Niedriglohnsektors in Deutschland in der FTD. Die zwei Hauptforderungen: Die Abgabenlast sollte wie das Steuersystem progressiv gestaltet werden und Kombilöhne sollten mit einem moderaten gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt werden.

OECD-Prognose

Die OECD ist in ihrer neuen Prognose optimistisch für Deutschland. Hier gibt's eine Zusammenfassung. Die komplette Prognose ist leider glaube ich nicht frei zugänglich.


Dem optimistischen Ausblick für die Produktion würde ich Zustimmen. Allerdings erwarte ich bei den derzeitigen konjunkturellen Differenzen eher eine stärkere Verschiebung hin zur Binnennachfrage, während die OECD noch von einer deutlichen Ausweitung des Leistungsbilanzüberschusses ausgeht.

Donnerstag, 18. November 2010

Beschäftigungsaufbau in Deutschland

Nicht nur die Arbeislosigkeit sinkt - auch die Beschäftigung in Deutschland legt zu. Aus der heutigen Meldung des Statistischen Bundesamts:
"Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hatten im dritten Quartal 2010 rund 40,65 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland. Das waren 307 000 Personen oder 0,8% mehr als vor einem Jahr. Im zweiten Quartal 2010 hatte der Zuwachs 0,4% betragen. Damit hat sich der im Frühjahr dieses Jahres einsetzende Beschäftigungsaufbau im dritten Quartal 2010 fortgesetzt. Das ausgewiesene Niveau stellt den höchsten Erwerbstätigenstand in einem dritten Quartal seit der Wiedervereinigung dar.

Im Vergleich zum Vorquartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Quartal 2010 um 290 000 Personen (+ 0,7%). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorquartal um 110 000 Personen oder 0,3%."
Und auch die auf einer DIW-Studie basierende Meldung, dass es gar keinen Fachkräftemangel gebe und so schnell auch nicht geben wird, ist nicht so ernst zu nehmen. Anscheinend muss sich das DIW erst mal darüber klar werden, was es denn für Schlussfolgerungen ziehen möchte.

Dies alles lässt mich an meinem generellen Ausblick für den Arbeitsmarkt in Deutschland festhalten.

Dienstag, 16. November 2010

Deutsche Banken und Irland

In Sachen Irland scheinen gerade deutsche Banken viel Geld im Risiko zu haben. (Bei Griechenland waren es vornehmlich die Franzosen, die überproportional engagiert waren.)

Selber anschauen, wie die Schuldenvernetzungen sind, kann auch jeder auf dieser Seite der Bertelsmann Stiftung (ist noch eine Betaversion der Projektseite).

Inflation in China

Anscheinend ist die chinesische Regierung bemüht, der Inflation mit allen möglichen Mitteln Herr zu werden. Ich frage mich: Warum lässt sie nicht einfach eine stärkere Aufwertung des Yuan zu? Das hätte die gleiche Preisdämpfende Wirkung (über billigere Importe und eine Abkühlung der Konjunktur) wie Zinserhöhungen und die jetzt ins Auge gefassten Preiskontrollen. Und würde außerdem gleichzeitig zur Rückführung der großen Handelsbilanzsalden beitragen.

Vorerst kein EU-Haushalt

Die Verhandlungen über den EU-Haushalt sind vorerst gescheitert (zum ersten Mal seit ca. 20 Jahren).

Droht jetzt eine lange Hängepartie?

Ritt auf dem Tiger

Hier die Meinung meiner ehemaligen Kollegen am IfW über die neuerlichen Maßnahmen zur quantitativen Lockerung in den USA. Sie sind eher skeptisch.
"Die Fed sollte [...] nicht die Erwartung nähren, dass sie künftig bei jeder Konjunkturschwäche eine quantitative Lockerung betreiben wird. Eine expansivere Politik zum jetzigen Zeitpunkt könnte ihrer Reputation schaden, zumal wenn sie es über eine forcierte Abwertung versuchte, denn dies könnte dazu führen, dass sich internationale Investoren aus den USA zurückziehen. Die Folge wären höhere und nicht niedrigere Zinsen. Zudem könnte sich bei zusätzlichen Käufen von Staatsanleihen in großem Umfang der Eindruck verfestigen, die Notenbank monetisiere die Staatsschulden. Es steht viel auf dem Spiel: Ein Verlust an Glaubwürdigkeit kann dazu führen, dass die Fed künftig – in normalen Zeiten – weniger in der Lage sein wird, eine angemessene Geldpolitik zu betreiben."

Montag, 15. November 2010

Nun auch Portugal

Nun steht anscheinend auch Portugal kurz davor beim EU-Rettungsfonds anzuklopfen. Die Nachricht schließt dann nahtlos an meinen Beitrag von heute Morgen an.

Schuldenkrise im Euroraum, Update

Hier die aktuellen Spreads von Staatsanleihen im Euroraum ggü. deutschen Bundesanleihen.


Der Risikoaufschlag für Griechenland ist unverändert hoch. Die für Irland und Portugal kennen nur eine Richtung ...! Zum Glück halten sich die großen "Problemkandidaten" Italien und Spanien wacker.

US-Sparpaket

Der erste Vorschlag dazu, wie das US-Budgetdefizit verringert werden könnte, ist auf kein positives Echo gestoßen. Jede politische Richtung meckert daran rum.

Meine Prognose ist, dass sich der Defizitabbau aufgrund des politischen Patts wohl nur langsam vollziehen wird.

Freitag, 12. November 2010

Finanzstressindikator, Ergebnisse für Oktober

Der monatlich von mir berechnete Indikator zum Stress auf den Finanzmärkten ist im Oktober auf 0,23 gefallen - von 0,51 im September.


Die Lage in Deutschland ist also weiter ruhig, bzw. beruhigt sich sogar in den letzten Wochen. Das sähe, betrachtete man den gesamten Euroraum, natürlich aufgrund der Probleme in Irland und Griechenland ganz anders aus.

Was ist sonst noch so passiert?

Habe gerade die Nachrichten der vergangenen Woche gesichtet. Hier die 3 (subjektiv) wichtigsten:

Aufschwung in Q3

Das Statistische Bundesamt hat soeben veröffentlicht, dass die Produktion in Deutschland im dritten Quartal um 0,7 % (real, saison- und kalenderbereinigt) ggü. dem Vorquartal gestiegen ist.


Der Wert liegt ganz leicht unter den allgemeinen Erwartungen. Allerdings wurden gleichzeitig die Anstiege der Wirtschaftsleistung in den ersten beiden Quartalen angehoben auf nun 0,6 bzw. 2,3 %.

Unterstellt man einen Anstieg der Produktion von 0,7 % für das vierte Quartal, so ergibt sich für das Gesamtjahr 2010 eine Zunahme des BIP von 3,6 %. Allein der Überhang für 2011 betrüge dann 1,4 %.

Mittwoch, 3. November 2010

Sendepause

Ab heute bin ich für eine Woche in Marokko. Weitere Nachrichten und Einschätzungen gibts hier deshalb erst wieder ab Mitte kommender Woche.

Dienstag, 2. November 2010

IMK-Studie zum Arbeitsmarkt

Das IMK hat eine Studie zum deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht und schreibt darin:
"Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts können die gute deutsche Arbeitsmarktentwicklung in der Großen Rezession nicht erklären. Denn die Reformen waren darauf gerichtet, etwa durch die Leiharbeit die externe Flexibilität zu erhöhen. Hätten die Unternehmen in der Großen Depression stärker auf diese Instrumente zurückgegriffen, wäre die Beschäftigung in Deutschland stark gefallen und die Arbeitslosigkeit gestiegen."
Dazu zwei Anmerkungen:
  1. Natürlich waren konjunkturpolitische Instrumente wie die Kurzarbeit maßgeblich dafür, dass der Beschäftigungsabbau abgefedert werden konnte, und nicht in erster Linie die Arbeitsmarktreformen von vor 5 Jahren. Aber diese zielten ja auch nicht auf konjunktrelle Schwankungen ab, sondern hatten zum Ziel die strukturelle, also mittelfristige, Arbeitslosigkeit zu senken.
  2. Dass die Arbeitslosigkeit zum ersten Mal seit langem nach einer Rezession nicht dauerhaft über dem Vorrezessionsniveau bleibt und seit nunmehr 5 Jahren in der Tendenz sinkt, hat dagegen schon was mit den Reformen zu tun und das sollte man auch mal anerkennen (die Zeit hatte vergangene Woche einen guten Artikel zu diesem Thema); dass eine für einige Jahre schwache Binnennachfrage die Kehrseite dieser Medaille war, ist klar. Und ob man die Reformen besser hätte designen können, kann man genauso diskutieren wie die Frage, ob nicht ein gesetzlicher Mindestlohn die fehlende Verhandlungsmacht der Arbeitnehmern in den problematischen Segmenten des Arbeitsmarkt ersetzen könnte. Aber das ändert ja nichts daran, dass es Erfolge gegeben hat...

Konjunktur läuft weiter rund

Die Konjunktur in Deutschland ist weiter stark. Mehr und mehr Indikatoren, wie zuletzt ein sehr guter Wert des Einkaufmanagerindex, deuten darauf hin, dass die Produktion auch im dritten Quartal deutlich gestiegen ist.