Dienstag, 2. November 2010

IMK-Studie zum Arbeitsmarkt

Das IMK hat eine Studie zum deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht und schreibt darin:
"Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts können die gute deutsche Arbeitsmarktentwicklung in der Großen Rezession nicht erklären. Denn die Reformen waren darauf gerichtet, etwa durch die Leiharbeit die externe Flexibilität zu erhöhen. Hätten die Unternehmen in der Großen Depression stärker auf diese Instrumente zurückgegriffen, wäre die Beschäftigung in Deutschland stark gefallen und die Arbeitslosigkeit gestiegen."
Dazu zwei Anmerkungen:
  1. Natürlich waren konjunkturpolitische Instrumente wie die Kurzarbeit maßgeblich dafür, dass der Beschäftigungsabbau abgefedert werden konnte, und nicht in erster Linie die Arbeitsmarktreformen von vor 5 Jahren. Aber diese zielten ja auch nicht auf konjunktrelle Schwankungen ab, sondern hatten zum Ziel die strukturelle, also mittelfristige, Arbeitslosigkeit zu senken.
  2. Dass die Arbeitslosigkeit zum ersten Mal seit langem nach einer Rezession nicht dauerhaft über dem Vorrezessionsniveau bleibt und seit nunmehr 5 Jahren in der Tendenz sinkt, hat dagegen schon was mit den Reformen zu tun und das sollte man auch mal anerkennen (die Zeit hatte vergangene Woche einen guten Artikel zu diesem Thema); dass eine für einige Jahre schwache Binnennachfrage die Kehrseite dieser Medaille war, ist klar. Und ob man die Reformen besser hätte designen können, kann man genauso diskutieren wie die Frage, ob nicht ein gesetzlicher Mindestlohn die fehlende Verhandlungsmacht der Arbeitnehmern in den problematischen Segmenten des Arbeitsmarkt ersetzen könnte. Aber das ändert ja nichts daran, dass es Erfolge gegeben hat...

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