Donnerstag, 30. Dezember 2010

Steuern als Strafe?

Zwei VWL-Professoren, Hanno Beck und Aloys Prinz, argumentieren in der FTD gegen die Einführung von "neue[n] Lasten für Umweltsünder, Reiche und Banker".

Im Detail stimmen ihre Ausführungen, wenn sie darauf hinweisen, dass z.B. ein Großteil von Bankensteuern von den Kunden dieser Institute getragen werden müssen (ich würde hier zufügen: so sie denn nicht von weiteren Regulierungsschritten begleitet werden) und am Ende das Steuersystem wohlmöglich einfach nur komplexer wird - nicht aber diejenigen belastet, die man eigentlich treffen wollte.

Ihr zentrales Argument ist aber, dass der Staat sein Steuersystem nicht auf den Moralvorstellungen der Bürger aufbauen sollte - es bestehe die Gefahr, dass, wenn "
die Politik die Moralvorstellungen der Bürger für ihre Zwecke instrumentalisiert, [...] ein noch ineffizienteres, inkonsistenteres und intransparenteres Steuersystem [droht]."

Gegenfrage: Na, wie sollte es denn anders sein? Steuern sind natürlich zum einen dazu da, einfach Einnahmen für den Staatshaushalt zu generieren (und wäre dies das einzige Ziel, so würde es am besten über unverzerrende Steuern, wie die Umsatzsteuer, erfolgen). Zum anderen dient das Steuersystem aber doch ganz klar dazu das Verhalten von Bürgern oder Unternehmen und die Einkommens- und Vermögensverteilung in der Gesellschaft zu - ja! - steuern. (Zumindest jedem des Deutschen mächtigen sollte dieser Zusammenhang allein aufgrund des Wortes "Steuer" einleuchten.) Und eben diese Steuerfunktion basiert immer und jederzeit auf den moralischen Vorstellungen darüber, wie die Gesellschaft aussehen soll (zumindest sollte sie darauf basieren).

Wenn die Gesellschaft nun die Bevorzugung des Flugverkehrs gegenüber anderen Verkehrsmitteln als schädlich erkannt hat, weil enorme Externalitäten (in Form von Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung) nicht besteuert werden, dann führt sie eben eine Steuer auf Flüge ein. Wer diese am Ende bezahlt, und wer weniger oder wer noch genausoviel fliegt, ergibt sich dann im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Unter dem Strich bleibt aber eine Besteuerung von Externalitäten und (bei nicht perfekt inelastischer Nachfragekurve) eine Reduzierung der besteuerten Sache.

Zusammenfassend: Mir kommt in dem Beitrag die Steuerfunktion von Steuern viel zu kurz. Und auch die Aussage, dass die moralische Fundierung von Steuern höchst problematisch ist, kann ich nicht teilen, weil die Mehrzahl der Steuern auf moralischen Überlegungen basiert und dies meiner Meinung nach auch sollte. (Welchen anderen Grund gibt es für eine progressive Einkommenssteuer?) Und Steuern sind, um bei meinem Beispiel zu bleiben, dann eben die "Strafe" dafür, dass man die Dienstleistung "Fliegen" zu einem Preis einkauft, der die Schäden davon, nicht komplett abdeckt.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Kreditfinanzierung weniger wichtig

In Deutschland läuft der Aufschwung - aber die Kreditvergabe an Unternehmen bleibt weiter schwach. Mittlerweile zeigen verschiedene Daten ziemlich verlässlich, dass dies nachfrageseitig bedingt ist, d.h. die Unternehmen weichen einfach auf andere Finanzierungsquellen aus und fragen weniger Kredite bei Banken nach.

Für mich ist das eine gute Nachricht, weil i) die Unternehmen unabhängiger vom (fragilen Bankensystem) werden und ii) es ein Argument weniger gibt, eine deutlich straffere Regulierung des Bankensektors kategorisch abzulehnen.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Vermögenseffekte

Ein Koautor von mir hat einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er mit seinen Koautoren eine neue Methode vorstellt, mit der die Effekte von Vermögensveränderungen auf den Konsum von Haushalten geschätzt werden kann. Sie finden für die USA, dass " the immediate (next-quarter) marginal propensity to consume from a $1 change in housing wealth is about 2 cents, with a final eventual effect around 9 cents, substantially larger than the effect of shocks to financial wealth".

Dieser Effekt, also dass Haushalte sich bei steigenden Hauspreisen reicher fühlen, hat in den vergangenen Jahren in Ländern wie den USA, Spanien oder Irland dazu geführt, dass die privaten Haushalte ihren Konsum sehr stark ausgeweitet und sich immer mehr verschuldet haben.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Euro-Bonds

Der Brüssler Thinktank Bruegel hat ein Dokument veröffentlicht, in dem der Vorschlag, eine gemeinsame Euro-Anleihe ins Leben zu rufen, ausgewogen erörtert wird.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mein früherer Beitrag sollte nicht so verstanden werden, dass ich für solche Anleihen bin. Bislang habe ich mir dazu keine abschließende Meinung gebildet - ich plädiere nur dafür, den Vorschlag genau zu prüfen und nicht, wie die Mehrheit in Deutschland, kategorisch (auf Basis fragwürdiger Berechnungen) abzulehnen.

IWH-Prognose

Nun hat auch das IWH in Halle seine Dezemberprognose veröffentlicht - und schließt sich dem "Lager der Optimisten" an. Hier berichtet das Handelsblatt und hier gibt's die komplette Fassung.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Die Geschichte der Staatsschulden

In der FAZ gab es einen interessanten Artikel zur Geschichte der Staatsschulden. Von der "Erfindung" von Staatsanleihen im mitteralterlichen Italien bis zur Zwischenschaltung der Finanzindustrie zwischen Schuldner Staat und den privaten Gläubigern.

Freitag, 17. Dezember 2010

"Neues" über Mindestlöhne

Das Handelsblatt hat gestern eine Studie über die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen besprochen. Den ganzen Aufsatz, auf den sich der Artikel bezieht findet sich hier.

In ihrer Studie basierend auf Daten für einzelne US-Counties zeigen die Autoren, dass Mindestlöhne üblicherweise keine negativen Beschäftigungseffekte haben. Sie erklären in ihrer Studie auch, warum weniger aufwändige Untersuchungen in der Vergangenheit zum Teil zu anderen Ergebnisse kamen.

Die Erklärung für den Befund dürfte jedem einleuchten: Gerade im Niedriglohnsegment ist der Arbeitsmarkt kein Markt, auf dem ideale Bedingungen herrschen. Vielmehr haben die Arbeitgeber ggü. den dort meist nicht organisierten Arbeitnehmern ein gewisses Maß an Marktmacht und können die Löhne so diktieren, dass sie unter dem sich bei effizienten Märkten ergebenden Niveau liegen. Der Arbeitgeber kann die Differenz als Rente einfahren. Setzt nun ein Mindestlohn diesem Treiben nach unten eine Schranke, so entscheidet sich der Arbeitgeber die Arbeitnehmer trotzdem zu beschäftigen, weil er immer noch den Gewinn erziehlt, den er in einem effizienten Markt erreichen könnte - nur weniger zusätzliche (aus seiner Marktmacht resultierende) Rente.

Und weiter geht's

Das ifo-Geschäftsklima kennt derzeit nur eine Richtung: Aufwärts. Im Dezember stiegen sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Lagebeurteilung erneut an.


Das deutet darauf hin, das es sowohl im vierten Quartal als auch im ersten des kommenden Jahres eine (leichte) Beschleunigung des Produktionsanstiegs ggü. dem dritten Quartal geben wird.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Warum die EZB nicht vor dem Kollaps steht!

Das zeigt ein Beitrag auf FT Alphaville ganz anschaulich. Basierend auf Zahlen von Barclays wird dargestellt, dass die bisher nach MTM-Methode aufgelaufenen Verluste der EZB aus den Staatsanleihekäufen wohl so um die 500 Millionen liegen dürfte (ganzes ESZB allerdings 5 Milliarden).


Hinzu kommt, dass die EZB ja plant, die Dinger bis zum Ende zu halten; d.h. wenn es nicht wirklich zu einem Zahlungsausfall kommt (den ich für bisher ausgegebene Anleihen für sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich, weil politisch nicht gewollt, halte), dann kratzt die EZB die nun niedrige Notierung überhaupt nicht.

Das Spiel mit der Kapitalerhöhung ist wohl wirklich nur ein politischer Schachzug, um den Regierungen deutlich zu machen, dass die EZB mehr und mehr Aufkäufe von Staatsanleihen nicht als "Lösung" für die Schuldenkrise akzeptieren und unterstützen wird.

Update: Die Kapitalerhöhung ist jetzt wohl beschlossene Sache. Und die FTD kommentiert sie als "politisches Signal".

IfW-Prognose

Nun hat auch das IfW seine Dezemberprognose veröffentlicht. Was die prognostizierten Aussichten für die deutsche Wirtschaft angeht, liegen meine ehemaligen Kollegen für 2011 und 2012 mit moderaten Zuwachsraten für das reale BIP eher am unteren Ende des Prognosespektrums.

Hier die Links zur Übersicht, zur kompletten Deutschlandprognose und zur kompletten Weltprognose.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Update: EZB-Wertpapierkäufe

Als Hintergrund für die Berichte über eine mögliche Kapitalerhöhung der EZB hier die aktualisierte Übersicht über die Wertpapierkäufe zu geldpolitischen Zwecken der EZB:


(Angaben sind in Millionen Euro.)

Die Käufe von Staatsanleihen haben sich in den vergangenen zwei Wochen deutlich beschleunigt.

Dienstag, 14. Dezember 2010

KE - Konjunkturprognose

Unsere neue Konjunkturprognose bei Kiel Economics ist heute fertiggestellt worden. Die Kurzversion ist hier abrufbar. Die Vollversion kann man hier bestellen.

Auch neu veröffentlicht sind die Prognose des RWI und vom ifo Institut.

Update: Eine Auswahl aus dem Presseecho auf unsere Prognose: Handelsblatt, FTD I, FTD II.

EBZ-Kapitalerhöhung

Es gibt Gerüchte darüber, dass die EZB eine Kapitalerhöhung plant. Auch wenn die Situation nicht so dramatisch ist, wie sie vielleicht scheint, ist das doch ein weiteres Zeichen dafür, dass mit dem Herumgegurke endlich Schluss sein muss und eine tragfähige, permanente Lösung für die Schuldenkrise her muss.

Samstag, 11. Dezember 2010

FAZ-Propaganda

Was ist denn mit der guten alten, für ihre fundierten Beiträge bekannten FAZ los? Holger Steltzner schreibt einen Artikel, in dem er "ausrechnet", dass die Schaffung des "Euro-Bonds" nach Vorschlag von Jean-Claude Juncker und Giulio Tremonti die Bundesrepublik 17 Mrd. Euro pro Jahr kosten würde.

Er macht sich darüber lustig, dass Herr Juncker der deutschen Regierung vorwarf "ein bisschen simpel zu denken", um im Anschluss daran eine Rechnung und Argumentation aufzustellen, bzw. wiederzugeben, für die das Wort "simpel" eigentlich nicht ausreicht. Fangen wir mal an:

Das zentrale Argument ist, dass der Zinssatz auf die Euroanleihe höher wäre als der für Bundesanleihen. Dadurch müsste Deutschland für Schulden in Höhe von 40% des BIP höhere Zinsen bezahlen als jetzt. Stimmt. Die zentralen Fragen sind nur, wie viel mehr und was die Opportunitätskosten sind. Die Rechnung zum ersten Punkt in dem Artikel ist sehr simple und der zweite Punkt kommt nicht wirklich vor.

Punkt 1:
"Aus der Mischung von bester Bonität und fragwürdigem Ruf ergibt sich eine Durchschnittsverzinsung von 3,31 Prozent für alle in der Eurozone umlaufenden Staatspapiere. Das Volumen aller im Markt aktiv gehandelten Euro-Wertpapiere der Mitglieder der Währungsunion beträgt 4,8 Billionen Euro. Juncker und die von eigenen Interessen geleiteten Banken verweisen auf den Vorteil eines großen, liquiden Euro-Anleihemarkts, wenn sie ihre vage Hoffnung auf niedrigere Durchschnittszinsen zu begründen suchen. Doch nicht die Größe macht den Zins, sondern die Qualität des Schuldners ist für jeden Gläubiger Maßstab für das Risiko und die Rendite."
Ist natürlich eine super Rechnung, wenn man die aktuell durch die Unsicherheit hochgetriebenen Zinsen, die die Problemländer zahlen müssen, dazu nutzt die Durchschnittsrendite für eine hypothetische Anleihe auszurechnen, die gegenüber allen restlichen Staatsschulden im Euroraum vorrangingen Status haben würde. Auch das dem Unverständnis des "all-else-equal"-Konzepts geschuldete Negieren des Liquiditätseffektes zeugt nicht gerade von einer ausgewogenen ökonomischen Erörterung des Sachverhalts!

Punkt 2:

Natürlich würden die Zinskosten nach Einführung einer solchen Anleihe steigen. Aber die Kosten müssen ja in jeder Analyse denen gegenübergestellt werden, die sich in anderen Szenarien ergeben würden. Und die dürften sowohl bei einem Bail-Out (Schuldenübernahme), als auch einer Monetarisierung (höhere Inflation) oder einem Auseinanderbrechen des Euroraums (steile Aufwertung der "neuen DM" und Einbruch der Exporte) beträchtlich sein ... da kommen selbst 17 Mrd. Euro schnell zusammen.

Hinzu kommt meiner Meinung noch ein (aus Respekt vor Autor und Gleichgesinnten unterstelle ich einmal willentliches) Missverständnis, bzw. ungenaues Wiedergeben des Juncker-Vorschlages:
"Euro-Bonds belohnten unsolide Länder. Die Einführung von Gemeinschaftsanleihen nähmen jeden Anreiz für gute Haushaltsführung."
Der Vorschlag enthält ja explizit die Komponente, dass alle Schulden, die über 40% des BIP eines Landes hinausgehen, durch nationale Anleihen finanziert werden sollen, die ggü. den Euroanleihen nachranging sind. Hier könnte der Markt duch Zinsdifferentiale die Staaten zur guten Haushaltsführung "zwingen". Denn: Der Vorschlag sagt explizit, dass Mechanismen geschaffen werden sollen, die es ermöglichen, dass die privaten Investoren Verluste aus Investitionen in diese nationalen Anleihen auch selber tragen sollen.

Bottom line: Mich stört, dass der Vorschlag in Deutschland fast durch die Bank (W. Schäuble ist nach allem was man hört die große Ausnahme) ohne tiefgreifende politische und ökonomische Analyse verdammt wird! Er hört sich zumindest plausibler an als alle anderen Vorschläge zur permanenten Lösung der Krise (so es denn bisher überhaupt Vorschläge gegeben hat, die wirklich mehr als eine vorübergehende Linderung der Krise zum Ziel haben).

Freitag, 10. Dezember 2010

EZB-Einkaufsliste

Das sind ja wikileaksmäßige Infos, die Mark Schieritz auf Herdentrieb präsentiert: Eine Liste mit Preisen, zu denen die EZB Anleihen verschiedener Länder und Laufzeiten kauft.

Krisenerholung

Und schon wieder ein Beitrag meiner ehemaligen Kollegen am IfW, Joachim Scheide und Nils Jannsen. Diesmal dazu, warum die Erholung der Konjunktur momentan mit so unterschiedlichen Geschwindigkeiten passiert.

Der Policy Brief dazu wurde vom Wirtschaftswunder der FTD aufgegriffen.

Der Tenor des Beitrags: Rezessionen, die mit einer Banken-/Immobilienkrise einhergehen dauern länger und haben deutlich stärkere permanente Effekte als "normale" Wirtschaftsabschünge. Deswegen kommen diejenigen Länder momentan nicht so richtig in die Puschen, in denen eine Immobilienpreisblase geplatz, bzw. das Bankensystem stark in Mitleidenschaft gezogen ist. Für die Wirtschaftspolitik bedeutet dies, dass es nach dem Platzen einer Blase sehr schwer ist, das Potential der Volkswirtschaft einzuschätzen und demnach sehr schwer ist, den richtigen Expansionsgrad der Finanz- und Geldpolitik zu finden.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

QE Explained

Schon seit einiger Zeit in Blogs verlinkt und jetzt auch vom Handelsblatt aufgegriffen: Ein satirischer Youtube-Clip, der erklärt wieso, warum, weshalb "quantitative easing"



Bei allem Schmunzeln muss man zugeben, dass der Clip schön zeigt, dass a) der Öffentlichkeit nicht im Entferntesten erklärt wurde, warum einige Sachen gemacht wurden/werden mussten und b) einige der Maßnahmen vielleicht wirklich nicht optimal sind.

Dienstag, 7. Dezember 2010

EZB shoppt wieder mehr

Die EZB kauft wieder von Woche zu Woche mehr Anleihen von Eurostaaten. In der vergangenen Woche für 1,965 Mrd. Euro (hier mal der Link zur ausführlichen EZB-Publikation).


Die Abbildung zeigt das Volumen der Wertpapiere, die die EZB zu "geldpolitischen Zwecken" hält. Angaben sind in Mio. Euro. Mittlerweile hat die EZB mehr Anleihen der Staaten mit Schuldenproblemen als Pfandbriefe angehäuft.

(Die Käufe werden allerdings sterilisiert; insgesamt zeigt die Bilanzsumme der EZB eine eher rückläufige Tendenz.)

Steuerpolitik in den USA

Präsident Obama muss den neuen Machtverhältnissen im Senat Tribut zollen und hat sich mit den Republikanern auf einen Kompromiss bei der Verängerung der Steuererleichterungen geeinigt. Auch für die ganz einkommensstarken Haushalte wird die Senkung der Steuersätze verlängert.

Das heißt für mich nur, dass es länger dauern wird das Budgetdefizit zu verringern - und dass es am Ende stärkere makroökonomische Konsequenzen haben wird.

Montag, 6. Dezember 2010

Finanzstressindikator, Ergebnisse für November

Der von mir berechnete Finanzstressindikator ist im November ggü. dem Vormonat leicht gesunkten. Sein Wert ging von (ganz leicht aufwärtsrevidierten) 0,24 auf 0,13 zurück. Das ist trotz der jüngsten Probleme Irlands deutlich niedriger als im Frühjahr, als Griechenland in Probleme kam.


Momentan scheint die Schuldenkrise im Euroraum immer noch nicht auf den deutschen Finanzmarkt durchzuschlagen. Das würde sich natürlich in dem Moment ändern, in dem Banken Abschreibungen zu leisten hätten. Den Fall sehe ich aber kurz- bis mittelfristig nicht, da es so scheint, dass die Politik im Euroraum die Banken nicht zu hart anfassen möchte.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Immer mehr, immer mehr, immer mehr, ...

Ben Bernanke hat öffentlich angekündigt, dass er sich auch eine nochmalige Ausweitung der QE-Maßnahmen vorstellen kann (über das jüngste 600 Mrd.-Programm hinaus).

Ich sehe zwei Probleme. Das eine ist, dass die Glaubwürdigkeit der Fed leiden könnte (wie auch meine ehemaligen Kollegen im Handelsblatt argumentieren). Diese Gefahr ergibt sich zum Teil auch aus dem zweiten, nämlich, dass mehr und mehr auch in der Öffentlichkeit deutlich wird, dass es keinerlei Erfahrungen und sicheren quantitativen Erkenntnisse darüber gibt, wie solche Maßnahmen zur quantitiativen Lockerung wirken. Die Notenbanken erscheinen in der Folge als immer weniger seriös und weniger Herr der Lage.

Entgegen mancher anderer Kommentatoren sehe ich aber kurz bis mittelfristig keine hohe Inflationsgefahr; dafür läuft der Entschuldungsprozess in vielen Ländern noch zu stark.

Samstag, 4. Dezember 2010

Karlspreis für Trichet

Der Präsident der EZB, Jean-Claude Trichet, erhält im kommenden Jahr den Aachener Karlspreis für seine Verdienste für die Stabilität des Euro.

Schauen wir mal, in welchem Licht diese Wahl bei der Preisverleihung im Frühsommer erscheint. Bis dahin kann ja noch viel passieren.

Der Euro selber hat den Preis übrigens auch schon mal bekommen: 2002.

Freitag, 3. Dezember 2010

Und dann gab's nur das Übliche

Keine neuen Informationen hat die Pressekonferenz der EZB heute geliefert. Erst die Veröffentlichungen zu den Anleihenkäufen in den kommenden Wochen werden wohl Aufschluss darüber gehen, wohin die QE-Reise im Euroraum geht...

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Morgen Kinder wird's was geben ...

... und zwar eine ziemlich interessante Sitzung des EZB-Präsidiums. Das Handelsblatt erklärt in einer Vorschau, wieso Marktteilnehmer, Politiker und Wissenschaftler den Ergebnissen der morgigen EZB-Diskussion entgegenfiebern.

Wichtig werden vor allem Hinweise darauf sein, ob die EZB in Zukunft eher mehr oder eher weniger Staatsanleihen kaufen wird als bisher.

Keiner hat eine so gute Lobby wie die Banken

Das trifft es ganz genau. Und das Problem an der Sache ist, dass es einfach keinen Widerpart für die Banken in diesem Lobbyspiel gibt, in dem die Politik ob des (scheinbar) komplexen Sachverhalts wenig anderen Informationsquellen hat.