Freitag, 17. Dezember 2010

"Neues" über Mindestlöhne

Das Handelsblatt hat gestern eine Studie über die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen besprochen. Den ganzen Aufsatz, auf den sich der Artikel bezieht findet sich hier.

In ihrer Studie basierend auf Daten für einzelne US-Counties zeigen die Autoren, dass Mindestlöhne üblicherweise keine negativen Beschäftigungseffekte haben. Sie erklären in ihrer Studie auch, warum weniger aufwändige Untersuchungen in der Vergangenheit zum Teil zu anderen Ergebnisse kamen.

Die Erklärung für den Befund dürfte jedem einleuchten: Gerade im Niedriglohnsegment ist der Arbeitsmarkt kein Markt, auf dem ideale Bedingungen herrschen. Vielmehr haben die Arbeitgeber ggü. den dort meist nicht organisierten Arbeitnehmern ein gewisses Maß an Marktmacht und können die Löhne so diktieren, dass sie unter dem sich bei effizienten Märkten ergebenden Niveau liegen. Der Arbeitgeber kann die Differenz als Rente einfahren. Setzt nun ein Mindestlohn diesem Treiben nach unten eine Schranke, so entscheidet sich der Arbeitgeber die Arbeitnehmer trotzdem zu beschäftigen, weil er immer noch den Gewinn erziehlt, den er in einem effizienten Markt erreichen könnte - nur weniger zusätzliche (aus seiner Marktmacht resultierende) Rente.

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