Donnerstag, 6. Januar 2011

Neuliberalismus

Wolfgang Münchau ruft in der FTD nach einer Neuerfindung des Liberalismus. Wenn man sich den intellektuellen Zustand der FDP anschaut, wird deutlich warum dies gerade in Deutschland nötig ist! Ein paar Auszüge:
"[...] Liberalismus im 21. Jahrhundert lässt sich nun mal nicht mehr auf ein paar ordnungspolitische Dogmen der 40er-Jahre reduzieren. Spätestens seit der letzten Finanzkrise ist der Altliberalismus der Vergangenheit nicht mehr überlebensfähig. [...]

Wer also am Erhalt einer liberalen Wirtschaftsordnung interessiert ist und nicht nur weniger Steuern bezahlen will, sollte sich ernsthaft damit auseinandersetzten, wie man Weltwirtschaft und Euro-Raum stabilisiert. Nur in einer stabilen makroökonomischen Umgebung kann es gestaltende liberale Wirtschaftspolitik geben. Die Liberalen brauchen ihr Äquivalent eines New Deal. Der Neuliberalismus ist nötig, um die Märkte zu reparieren. [...]

Man wird insbesondere von einer ganze Reihe traditioneller liberaler Dogmen Abschied nehmen müssen. Dem Dogma einer auf einfachen Regeln basierenden Geld- und Fiskalpolitik. Dem Dogma von der absoluten Unabhängigkeit der Geldpolitik. Oder dem in der FDP verhafteten Dogma, dass Deutschland unbedingt nationale Champions im Bankensektor benötigt."
Im Moment sieht es so aus, als würde das grundlegende Problem in der aktuellen FDP-Parteispitze nicht gesehen. Vielleicht kann Christian Lindner in den kommenden Jahren wieder eine ganzheitliche liberale Programmatik entwickeln...

Kommentare:

chrislen hat gesagt…

Interessanter Beitrag.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich deinen Optimismus in Bezug auf Christian Lindner teilen kann. Einen Anstoss zu einem Diskurs ueber die Bedeutung von Liberalismus in der heutigen Zeit, und damit verbunden eine programmatische Neuorientierung der FDP, habe ich auch von Lindner und anderen zukuenftigen Parteispitzen noch nicht vernommen. Es kann natuerlich sein, dass dies einfach nur eine Folge machtpolitischen Kalkuels ist - so lange es sich lohnt, haelt Lindner zum Parteichef und stoesst keine neuen Debatten an. Es koennte aber auch sein, dass es in der FDP bald heissen wird: 'Der Koenig ist tot, lange lebe der Koenig'. Ich hoffe es allerdings nicht, denn das monothematische Gesuelze a la 'Steuern runter macht Deutschland munter' bringt niemanden weiter und nervt einfach nur noch.

Gruss aus Delft

Jonas Dovern hat gesagt…

Ich glaube/hoffe, dass sich die Riege um Lindner einfach noch für ein bisser'l jung hält, bzw. zumindest das Debakeljahr 2011 noch abwarten möchte. Aber vielleicht bin ich auch zu optimistisch - und die Apotheker-Lobby zu stark.

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