Montag, 28. Februar 2011

Konjunkturindikator für die USA

Ich habe einen Konjunkturindikator für die USA entwickelt, der auch dazu dienen kann, Prognosen für die Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts im laufenden und kommenen Quartal abzuleiten. Das Modell, das auf der Idee von Aruobe et al. (2009) aufbaut, nutzt sowohl Konjunkturindikatoren, die monatlich veröffentlicht werden, als auch solche, die nur quartalsweise vorliegen. Dadurch kann im Laufe des Quartals schon Information berücksichtigt werden, die nach und nach montlich bekannt wird.

Der Konjunkturindex sieht für den Zeitraum 1960 bis 2011 folgendermaßen aus:

Er zeichnet ziemlich akkurat die in grau dargestellten vom NBER datierten Rezessionen nach. Doch wie sieht es mit der Prognosegüte für das reale BIP aus? Dazu habe ich eine sogenannte Out-of-Sample-Analyse über den Zeitraum 1990 bis 2010 gemacht (d.h. ich habe so getan, als wären mir zu jedem Zeitpunkt nur vergangene Daten bekannt, und habe auf Basis dieser eingeschränkten Informationsmengen jeweils Prognosen zu jedem Zeitpunkt gemacht).


Die grüne Linie zeigt die Prognosen, die jeweils am Ende eines Quartals für dieses Quartal gemacht wurden. Die blaue den heutigen Datenstand der Veränderung des realen BIP. Das Modell scheint fürs Nowcasting einigermaßen gut zu funktionieren. Über den gewählten Zeitraum liegt der RMSE (root mean squarred error) für Prognosen am Ende des zu prognostizierenden Quartals bei 1,6 und im ersten Quartal des Vorquartals bei 2,3. Das ist ungefähr so gut (sogar ein bisschen besser) wie die Performance der Prognosen des US-Finanzministeriums.

In den kommenden Monaten werde ich hier in unregelmäßigen Abständen jeweils die aktuellste Prognose veröffentlichen, um das Modell ein wenig im Praxistest zu überprüfen. Für das abgelaufene vierte Quartal 2010 hätte das Modell - unter der Annahme, dass alle Indikatoren bis auf das BIP bis zum Dezember 2010 bekannt sind, - eine Rate (ich beziehe mich jeweils auf die annualisierte Veränderung ggü. dem Vorquartal) von 3,0 Prozent vorausgesagt. Die Erstveröffentlichung lag bei 3,2 Prozent, wurde aber mittlerweile auf 2,8 Prozent revidiert. Für das laufende Quartal sagt das Modell eine Rate von 3,7 Prozent voraus.

Allerdings ist die Unsicherheit, wie immer bei Konjunkturprognsoen, ziemlich groß. Unter Berücksichtigung der Unsicherheit über die Parameter der Modellgleichung für die Veränderung des realen BIPs sowie der Unsicherheit über den Stand des Konjunkturindikators, ergibt sich folgende Simulierte Verteilung der Prognose:

Das 90%-Intervall liegt zwischen 1,1 Prozent und 6,4 Prozent. Demnächst dann Updates zur Prognose.

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