Sonntag, 27. Februar 2011

Romer über die Inflationsdebatte

Christina Romer, die ehemalige Wirtschaftsberaterin von Präsident Obama, hat sich in der NYT mit einem Beitrag über die derzeitige Debatte über die Inflationsgefahr in den USA zu Wort gemeldet. Der Artikel gibt eine Übersicht über die verschiedenen Positionen in der Debatte. Ihre zentrale These:
"Monetary policy makers at the Federal Reserve have long been classified as “hawks” or “doves”. [...] Unfortunately, this division is no longer useful. Monetary policy makers are all hawks now. Even those who most emphasize the Fed’s role in fighting unemployment oppose policies that would raise inflation noticeably above the Fed’s implicit target of about 2 percent.
The real division is not about the acceptable level of inflation, but about its causes, and the dispute is limiting the Fed’s aid to the economic recovery. The debate is between what I would describe as empiricists and theorists."
Ihrer Meinung nach liegen die Empiriker richtig, die vertreten, dass die Inflation von der vergangenen Inflation und der Arbeitslosenquote bestimmt wird - und nicht ausschließlich durch die Inflationserwartungen - eine Position, die sie den Theoretikern unterstellt.

Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen und ich würde auch nicht die Unterscheidung treffen, die Christina Romer anwendet, weil gute Geldpolitiker halt empirisch überprüfte, aber auch theoretisch fundierte Modelle verwenden sollten - und genug dies auch tun. Auch sind Inflationserwartungen natürlich wichtig - andererseits zeigt die Vergangenheit, dass es halt einfach nicht einfach ist, Lohnerhöhungen und Preisanhebungen durchzusetzen, wenn die Arbeitslosigkeit über der mittelfristigen Quote liegt.

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