Donnerstag, 31. März 2011

Arbeitsmarkt

In weiten Teilen Deutschlands herrscht Vollbeschäftigung (wenn man diese an der Arbeitslosenquote misst):


Im März ist die Arbeitslosigkeit wieder kräftig gesunken - wegen des Saisoneffekts im Frühjahr ... aber auch saisonbereinigt.

Einschätzungen dazu dann wieder, wenn das Frühjahresgutachten der Gemeinschaftsdiagnose am 7. April veröffentlicht ist.

Freitag, 25. März 2011

ifo Indikator sinkt leicht

Das ifo Institut hat heute mitgeteilt, dass das Geschäftsklima im März leicht gesunken ist. Dabei verbesserte sich die Lagebeurteilung sogar noch mal. Allein die Erwartungen gingen merklich zurück; das ifo Institut meldet dazu, dass rund die Hälfte der Antworten der Unternehmen nach der Katastrophe in Fukushima eingetroffen sind, d.h. vielleicht ist der Rückgang der Erwartungen leicht unterzeichnet.

Donnerstag, 24. März 2011

Der ökonomische Mittelpunkt der Erde

Danny Quah von der LSE hat in einem Aufsatz die Entwicklung des "ökonomischen Mittelpunkts der Erde" (eine geographisch gewichteter Durchschnitt der gesamtwirtschaftlichen Produktion der Erde) berechnet. (Details zum Konzept finden sich in dem Aufsatz.) Ich fand das eine ganz witzige Idee.

Was sich zeigt ...


... ist, dass sich das Zentrum schon deutlich in Richtung Asien verschoben hat (die schwarzen Punkte) und sich in den kommenden Jahren (bis 2050) noch deutlicher nach China verlagern wird. (Interessanterweise gibt es keine Bewegung nach Süden.)

(ht: FT Alphaville).

Mittwoch, 23. März 2011

Blanchard über zukünftige Makropolitik

O. Blanchard hat seine Sicht auf die Zukunft der makroökonomischen Wirtschaftspolitik in 9 knappen Punkten zusammengefasst. Kernpunkte sind unter anderem:
"In the age-old discussion of the relative roles of markets and the state, the pendulum has swung – at least a bit – toward the state."
"Macroeconomic policy has many targets and many instruments [...]."
"We have to keep our hopes in check. There are going to be new crises that we have not anticipated. And, despite our best efforts, we could have old-type crises again."
Insgesamt eher ein Eingeständnis von Wissenslücken und eine lange Forschungsagenda als abschließende Antworten auf die aktuellen Fragen.

Freitag, 18. März 2011

Ausführlicher IWF-Bericht über Griechenlands Situation

Wer Details über die Verhältnisse in Griechenland nachlesen möchte, kann dies in dem neuen Bericht des IWF über das Land tun.

Ich habe momentan leider keine Zeit, hier eine Zusammenfassung zu präsentieren.

Mittwoch, 16. März 2011

Katastrophe in Japan und Weltkonjunktur

Im Handelsblatt ist heute ein Interview mit Thomas Mayer von der Deutschen Bank über die Auswirkungen der Katastrophe in Japan auf die Weltkonjunktur. Die wichtigste Aussage ist glaube ich folgende:
"Japans Anteil am globalen BIP liegt bei unter fünf Prozent. Japan ist ein Netto-Exporteur. Es lässt sich eher von der globalen Konjunktur mitziehen, als selbst eine Lokomotive zu sein. Die Effekte für die Weltwirtschaft durch die Katastrophe dürften daher eher gering ausfallen."
Es ist damit zu rechnen, dass der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags für Japan in den kommenden Quartalen negativ sein wird (Energieimporte, weniger Exporte). D.h. im Umkehrschluss, dass die Konjunktur anderer Länder zumindest kurzfristig sogar davon profitiert.

Donnerstag, 10. März 2011

Erste Anzeichen für Finanzierungsschwierigkeiten der USA?

Die Allianztochter Pimco hat alle US-Staatsanleihen verkauft, weil sie erwartet, dass die Kurse ab Sommer, wenn das QE2-Programm ausläuft, kräftig nachgeben dürften.

Dass ein solch großer Spieler auf den Anleihenmärkten sich komplett von US-Staatsanleihen trennt, ist kein gutes Zeichen für die Finanzierungsperspektiven der US-Regierung. Langsam ist es mal Zeit, dass sich der Kongress mit der Regierung über ein Konsolidierungsprogramm für die kommenden Jahre einigt...

Mittwoch, 9. März 2011

Neue Konjunkturprognose veröffentlicht

Kiel Economics hat soeben (zusammen mit dem IWH in Halle) die neue Konjunkturprognose veröffentlicht. Wir rechnen darin mit einer Fortsetzung des Aufschwungs der Weltwirtschaft und der deutschen Konjunktur.

Das reale BIP in Deutschland dürfte dieses Jahr um 3% zulegen und 2012 um 1,9%. Für die USA rechnen wir mit analogen Werten von 3,1% bzw. 3,0%.

Die größten Risiken ergeben sich aus der politischen Unsicherheit im Nahen Osten und Nordafrika; die Entwicklung dort könnte im Extremfall zu einem drastischen Anstieg des Ölpreises führen und dadurch eine erneute Wirtschaftskrise auslösen.

Noch nicht berücksichtigt bei der Erstellung der Prognose waren die Produktionszahlen für den Januar, die heute veröffentlicht wurden. Aber auch sie weisen auf eine Fortsetzung des Aufschwungs hin.

Dienstag, 8. März 2011

Engagement deutscher Banken in den USA

... und täglich grüßt das Murmeltier.

Starke Zinserhöhung noch in diesem Jahr?

Viele gehen mittlerweile davon aus, dass die EZB im Verlauf des laufenden Jahres die Zinsen deutlich anhebt. Und anscheinend werden Äußerungen Axel Webers als Bestätigung dieser Sichtweise gesehen.

Ich kann mir allerdings immer noch nicht vorstellen, wie die EZB eine schnelle Folge von Zinserhöhungen bei dem immer noch schlechten Zustand der Bankensysteme im Euroraum durchsetzen soll - ohne dass es wieder zu heftigen Problemen käme.

Donnerstag, 3. März 2011

EZB scheint Zinserhöhungen langsam vorzubereiten

Die heutige Pressekonferenz der EZB sah ein wenig so aus, als ob sie langsam die ersten Zinserhöhungen (kommunikativ) vorbereitet.

Auszüge aus dem Statement von Herrn Trichet:
"The current very accommodative stance of monetary policy lends considerable support to economic activity."
Gegenüber
"[...] the current monetary policy stance remains accommodative."
im Februar.
"Strong vigilance is warranted with a view to containing upside risks to price stability. Overall, the Governing Council remains prepared to act in a firm and timely manner to ensure that upside risks to price stability over the medium term do not materialise."
gegenüber
"Our monetary analysis indicates that inflationary pressures over the medium to long term should remain contained."
Bisher war ich davon ausgegangen, dass erste Zinserhöhungen aufgrund der schwachen Entwicklung der Kernrate und der hohen Arbeitslosigkeit im Euroraum erst gegen Ende 2011/Anfang 2012 anstehen würden. Der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise scheint die EZB etwas nervös gemacht zu haben. Die Häufung von Formulierungen, die auf die Anhebung der Zinssätze in nicht allzuferner Zukunft hindeuten, deutet darauf hin, dass wir erste Zinsschritte vielleicht schon im Sommer sehen könnten.

Währungssystem

Ein weiterer Schritt in Richtung eines multipolaren Weltwährungssystems stellt die Ankündigung Chinas dar, Handelsgeschäfte nun auch vermehrt in Yuan möglich zu machen. Das dürfte mittelfristig die Stellung des US-Dollar schwächen.

Damit dies aber wirklich eine realistische Option für einen Großteil der Handelsgeschäfte wird, muss China die Beschränkungen beim Devisenhandel noch deutlich reduzieren.

Dienstag, 1. März 2011

Arbeitsmarktaufschwung weiter intakt

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist weiter intakt. Im Februar sank die Zahl der Arbeitslosen sogar nicht-saisonbereinigt. Saisonbereinigt ergab sich sogar ein Rückgang von 52.000!

Das ist wieder ein Indikator mehr dafür, dass die Produktion im ersten Quartal deutlich zulegen dürfte.