Mittwoch, 27. April 2011

Angst vor Umschuldung

Die Schuldenkrise ist noch nicht ausgestanden. An den Märkten setzt sich mehr und mehr die Auffassung durch, dass es demnächst ein Umschuldungsprogram für griechische Staatsanleihen geben wird. Die Renditen auf Staatsanleihen Griechenlands erreichen immer neue Rekorde, nachdem das Staatsdefizit wieder mal nach oben revidiert wurde.

Ich habe mal die Zeitreihen der CDS-Prämien, d.h. Kosten für Kreditversicherungen, für diverse Länder im Euroraum herausgesucht, die immer mal wieder wegen ihrer Staatsschulden ins Gerede gekommen sind. Die Prämien beziehen sich jeweils auf Staatsanleihen mit 10jähriger Restlaufzeit.

Für Griechenland liegt die Prämie mittlerweile bei über 1000 Basispunkten, d.h. es kostet mehr als 10 Euro pro Jahr, sich gegen einen Ausfall von Staatsanleihen im Wert von 100 Euro abzusichern. Auch die Lage Portugals wird immer schlechter eingeschätzt. Dagegen entspannt sich die Situation für Irland ein wenig - und die Märkte gehen davon aus, dass Italien und Spanien mehr oder weniger über den Berg sind.

Derweil warnt die EZB vor einer Umschuldungsaktion, weil sich daraus unkalkulierbare Folgen für die Finanzmärkte bzw. Bankensysteme ergäben ... und da es immer noch keine geregelten Insolvenzverfahren für Staaten oder Banken gibt, hat sie damit wohl wahrscheinlich auch Recht.

Also landen wir wieder beim gleichen Punkt wie immer: Ohne eine wirkliche Re-regulierung des Bankensektors und die Schaffung einer praktikablen Insolvenzordnung für Finanzinstitute wird die Politik der Finanzkrise nicht Herr werden.

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