Freitag, 8. April 2011

Genauer lesen, FAZ!

Die FAZ schreibt:
"Und die Wirtschaftsforschungsinstitute haben gerade gewarnt, „durch die niedrigen Zinsen der EZB wird die Preisstabilität in Deutschland zunehmend gefährdet“. Sie fordern daher eine geldpolitische Straffung."
Im Gutachten steht aber:
"[...] Auch die restriktive Finanzpolitik, die als negativer Nachfrageschock angesehen werden kann, reduziert im Prognosezeitraum den neutralen Realzins. Insofern besteht zurzeit keine Notwendigkeit, die Leitzinsen rasch anzuheben. [...]
Auch die monetäre Analyse gibt gegenwärtig wenig Anlass, von gestiegenen Risiken für die Preisstabilität auszugehen. [...]
Angesichts der fortgesetzten Unterauslastung der Wirtschaft, der restriktiv wirkenden Finanzpolitik und der nur moderaten monetären Dynamik ist jedoch die Zeit für eine rasche Rückkehr zu dem langfristig neutralen Zinsniveau noch nicht gekommen. [...]"
Und daran ändert auch nichts, dass Deutschland für die nächsten Jahre wahrscheinlich eine Inflationsrate haben wird, die etwas über dem Durchschnitt des Euroraums und vielleicht auch höher als 2 % sein wird. Nach einer Dekade zu hoher Zinsen und "zu niedriger" Inflation, sind die Zinsen nun für Deutschland zu niedrig und die Inflation wahrscheinlich für einige Zeit etwas höher. So what? Die EZB interessiert sich für den Euroraum als Ganzes.

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