Donnerstag, 26. Mai 2011

Weidmann-Interview

Der neue Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, hat ein erstes großes Interview in der FAZ gegeben. Die, wie ich finde, vielleicht wichtigste Passage:
"[FAZ:] Sind Sie davon überzeugt, dass Griechenland seine Schulden tragen kann?

[Weidmann:] Diese Frage haben sich auch die Fachleute des Internationalen Währungsfonds, der EU und der Europäischen Zentralbank gestellt, die vor Ort die wirtschaftliche Lage untersucht haben. Diese sogenannte Troika ist zu dem Schluss gekommen, dass das vereinbarte Anpassungsprogramm die Schuldentragfähigkeit und die Zahlungsfähigkeit Griechenlands sichert. Auch die griechische Regierung hat dies so gesehen. Die Grundlagen dieser Vereinbarung haben sich nicht maßgeblich verändert. Eine Umschuldung wäre also in erster Linie eine politische Entscheidung – nämlich ob ein Land bereit ist, die Lasten der notwendigen Anpassung zu tragen."

In der Diskussion wird oft ignoriert, dass es bei der Frage der Solvenz/Insolvenz bei Staaten nicht so sehr um die Frage geht, ob ein Staat seinen Zahlungsverpflichtungen noch nachkommen kann, sondern darum, ob er gewillt ist, dies bei gegebenen Kosten zu tun.

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