Dienstag, 28. Juni 2011

Debatte um Steuersenkungen

Und wieder gibt es auf dem Hochpunkt des Aufschwungs eine Debatte um Steuersenkungen in Deutschland. Und diesmal ist sie so verfehlt wie selten. Denn:
  1. Aufgrund der Ungleichgewichte im Euroraum wird die Geldpolitik die Konjunktur in den kommenden Jahren eh so sehr stimulieren, dass die Finanzpolitik eher bremsend wirken sollte.
  2. Sind Steuersenkungen, die die Konjunktur im Aufschwung sogar noch befeuern, ein Paradebeispiel für "schlechte" prozyklische Finanzpolitik.
  3. Ist die Höhe der Steuern überhaupt kein Problem in Deutschland (auch wenn ich mir wie jeder andere persönlich natürlich wünschen würde, weniger davon zu zahlen); eher sollten Lohnnebenkosten gerade für Geringverdiener über Steuerzuschüsse gesenkt werden.
  4. Ist es ja nicht so, dass die öffentliche Verschuldung in Deutschland so niedrig wäre, dass man sich unbedingt bei jeder Mrd. Steuermehreinnahmen (mehr im Sinne von mehr als bei der letzten Schätzung geschätzt) darüber Gedanken machen müsste, dass der Staat demnächst zuviel Geld/Vermögen anhäufen würde.
Also liebe Freunde von CDU/CSU/FDP. Entweder Lohnnebenkosten senken - oder besser noch: Einfach mal schneller einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen - und wirklich anfangen Schulden abzubauen!

Update: Hendrik Müller vom Manager-Magazin sieht es genauso wie ich (oder sehr ähnlich).

Der Professor aus Heidelberg II

Bin immer noch in den USA unterwegs. Aber zwischendurch schielt man dann ja doch immer mal auf die Nachrichten aus der Heimat...und da ist mir heute dieser Beitrag über einen neuen Anlauf von Prof. Kirchhof, einen Vorschlag für eine Vereinfachung des deutschen Steuersystems in die Diskussion einzubringen, aufgefallen.

Wegen allerlei Lobbyinteressen natürlich leider nie und nimmer durchzusetzen - aber vielleicht nimmt ja doch die eine oder andere Partei ein paar Punkte auf. Und noch wichtiger: Vielleicht reißen sich mal alle Parteien am Riemen und diskutieren die Vorschläge diesmal sachlich - und nicht wie Schröder annodazumal.

Dienstag, 14. Juni 2011

USA

Die nächsten Wochen werde ich mich in den USA aufhalten. Beiträge gibt's hier dann wahrscheinlich eher selten.

Also: SOMMERPAUSE

Mittwoch, 8. Juni 2011

Neue Arbeitswelt?

Ein guter Artikel von Joachim Möller, dem Chef des IAB, der ein paar Mythen über die neue Arbeitswelt zurecht rückt. Zum Beispiel:
"Und noch einen Punkt möchte ich [der Autor] betonen: Der Rückgang der Normalarbeitsverhältnisse ist sehr stark von der zunehmenden Verbreitung der Teilzeitarbeit geprägt. Der Effekt ist bei Frauen daher deutlich ausgeprägter als bei Männern. Bei Männern sind heute noch zwei Drittel in einem Normalarbeitsverhältnis tätig, bei den Frauen liegt der Anteil dagegen nur bei 50 Prozent. Die Teilzeitarbeit wird von den Beschäftigten häufig auch gewollt. Man darf den Rückgang des Normalarbeitsverhältnisses also nicht einfach mit einer Prekarisierung der Arbeitswelt gleichsetzen."

Gemischte Konjunkturdaten für April

Während die Auftragseingänge in der Industrie im April um 2,8 % gegenüber dem Vormonat (saisonbereinigt) zunahmen, gingen die Exporte um 5,5 % zurück.

Beides sind allerdings recht volatile Reihen. Der generelle Aufschwungstrend scheint weiterhin in Takt zu sein ...

Freitag, 3. Juni 2011

Paket für Griechenland

Die FAZ berichtet:
"Vertreter der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben der griechischen Regierung Fortschritte bei der Sanierung der Staatsfinanzen bescheinigt. Das teilte die Athener Regierung am Freitag in Brüssel mit."
Damit wird die Auszahlung weiterer Tranchen des Rettungspaket für Griechenland wahrscheinlicher.

Karlspreis an Trichet verliehen

Der Präsident der EZB hat gestern in Aachen den Karlspreis erhalten. In seiner Rede hat er eine mögliche Langfristperspektive für die institutionelle Gestaltung des Euroraums gezeichnet.

Dazu meinen die FTD, das Handelblatt und die FAZ.

Und hier der Link zur gesamten Rede.