Donnerstag, 28. Juli 2011

Der Unbelehrbare

Alan Greenspan, von 1987 bis 2006 Chairman der Fed, wettert in einem Kommentar ziemlich unverblühmt gegen stärkere Regulierung und höhere Kapitalanforderungen im Finanzsektor. Für ihn scheinen das überzogene Sicherheitspuffer zu sein, die den Wohlstand schmälern.

"[...] hat zu einem neuen Exzess geführt: einem Übermaß an Puffern, auf Kosten unseres Lebensstandards. Die Politik muss derartige Bedenken deutlich stärker sichtbar machen, als wir es bislang versucht haben."
Neuere Forschungen zeigen allerdings, dass "des Guten auch zuviel sein kann". Arcand et al. zeigen, dass ein Wachstum des Finanzsektors ab einer bestimmten Größe einen negativen Effekt auf das Wirtschaftswachstum hat (z.B. über erhöhte Volatilität oder das übermäßige Abwerben von Talenten aus den produzierenden Sektoren durch den Finanzsektor). Sie fassen zusammen:
"We believe that our results have potentially important implications for financial regulation. The financial industry has argued that the Basel III capital requirements will have a negative effect on bank profits and lead to a contraction of lending with large negative consequences on future GDP growth (Institute for International Finance 2010). While it is far from certain that higher capital ratios will reduce profitability (Admati et al. 2010), our analysis suggests that there are several countries for which tighter credit standards would actually be desirable."
Vielleicht sollte Herr Greenspan sich da noch mal ein wenig schlau machen, wenn er nicht als zu offensichtlicher Fürsprecher der Finanzlobby erscheinen möchte ...

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