Donnerstag, 14. Juli 2011

Diskussion über "bessere" Konjunkturprognosen

Auf Blicklog habe ich einen Beitrag gelesen, der sich darüber mokiert, dass angeblich immer noch nur Punktprognosen in den Konjunkturanalysen veröffentlicht werden - und damit natürlich kein brauchbares Bild der Lage vermittelt wird.

Dem zweiten Teil stimme ich voll und ganz zu. Leider stimmt der erste Teil nicht. Es gibt schon viele Bestrebungen in diese Richtung. Meine Antwort auf Blicklog:
"Zu diesem Beitrag muss man sagen, dass sich insgesamt in den vergangenen Jahren an dieser Front doch viel getan hat. (Vielleicht haben Sie sich mit dem DIW ein sich momentan nicht ganz auf der Höhe der Konjunkturforschung/-prognose befindendes Institut herausgepickt.)

So veröffentlicht die Gemeinschaftsdiagnose seit einigen Jahren in jedem Gutachten Konfidenzbänder für die prognostizierten Wachstumsraten des BIP und evaluiert in einem Kasten jeweils, wodurch sich Abweichungen von der vergangenen Prognosen ergeben haben.

Auch am IfW in Kiel habe ich bereits 2005 daran mitgearbeitet, in allen Konjunkturprognosen Konfidenzbänder für die Wachstumsprognosen (basierend auf historischen Prognosefehlern) einzuführen.

Derzeit erstellen wir mit unserer Firma Kiel Economics vierteljährliche Konjunkturprognosen (zwei Mal im Jahr zusammen mit den IWH in Halle), in denen jeweils verschiedene Szenarien aufgezeigt werden (z.B. für verschiedene Entwicklungen des Ölpreises oder der Weltkonjunktur oder der Entwicklung der Schuldenkrise im Euroraum).

Ähnliches lässt sich auch von vielen anderen Instituten sagen.

Es gibt also bereits recht viele Beispiele, die in die richtige Richtung gehen. (Für komplette Durchrechnungen der VGR für verschiedene Szenarien fehlt häufig die Zeit, sprich Finanzierung.)"


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