Samstag, 6. August 2011

Downgrade USA

S&P hat gestern als erste (westliche) Rating-Agentur die Bonität der USA von AAA eine Stufe auf AA+ gesenkt. Zwar gibt es einige Analysten, die erwarten, dass sich dadurch die Finanzierungskosten der USA erhöhen - aber ich bin mir alles andere als sicher, dass das der Fall sein wird. Denn:
  1. War dieser Schritt von den Märkten ja schon erwartet worden - und bislang zeigte sich nichts in den Kursen.
  2. Hat auch Japan gezeigt, dass Herabstufungen der Agenturen nicht unbedingt mit höheren Zinsen einhergehen müssen - Japan lebt nun schon seit geraumer Zeit mit nicht-Top-Rating und niedrigen Zinsen.
  3. Dürften alle großen Player an den Märkten zumindest für die USA-Treasuries deutlich mehr Research machen als S&P selber.
  4. Zeigt der peinliche 2-Billionen-Dollar-Fehler, den S&P gestern anfänglich in seinen Berechnungen gemacht hatte, dass keiner gut beraten ist, den Urteilen der Ratingagenturen blind zu folgen.
Insgesamt zeigt der Schritt also zwar noch mal deutlich, dass es um die Wirtschaftskraft der USA momentan nicht sonderlich gut bestellt ist; ich glaube aber nicht, dass die Aktion gestern fundamentale Neuigkeiten gebracht hat, die die Märkte bewegen werden. (Die sind schon genug in Bewegung in den letzten Tagen ;-)

Update: Zu Punkt 5. passt noch dieser Eintrag auf dem Blog "Economist's View".

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