Samstag, 27. August 2011

Nobelpreisträgertreffen am Bodensee

Die FAZ berichtet vom Treffen der Nobelpreisträger mit jungen Ökonomen in Lindau am Bodensee.

Neben anspruchsvollen Vorträgen ...
"Aumanns Matrizen werden immer größer und größer, immer mehr Auszahlungswerte, Wahrscheinlichkeiten und Spielstrategien gilt es zu bedenken. Aumann, ein kleiner Mann mit einem weißen Bart und einer schräg sitzenden Kippa, blickt in viele verständnislose Gesichter im Saal und sagt lachend: „Oh, ich habe wohl die meisten meiner Zuhörer verloren - wie immer. Im Lauf meiner Vorträgen können es immer weniger Leute verstehen. Und am Ende verstehe ich es selbst nicht mehr.“"
... gab es auch wirtschaftspolitisch relevante Äußerungen ...
"Im Saal ist es ganz still. Wulff feuert nun eine Breitseite gegen die Europäische Zentralbank (EZB) ab. Deren Staatsanleihekäufe rüffelt er als „rechtlich bedenklich“ und „weit über ihr Mandat hinaus“. Und viele Regierungen hätten den Ernst der Lage noch nicht erkannt: Erst „im allerletzten Moment“ zeigten sie Bereitschaft, Besitzstände und Privilegien aufzugeben und Reformen einzuleiten. Weil sie lange die desolaten Finanzen schleifen ließen, sind die Staaten nun unter Druck. Die Politik ließe sich „am Nasenring“ von Banken, Ratingagenturen und Medien „durch die Manage führen“, rügt Wulff."
... und gefeiert wurde anscheinend auch ...
"Dass die Ökonomen selbst keine kühlen Denk- und Rechenmaschinen ohne Gefühle sind, zeigt sich am Abend in der Inselhalle. Nach dem gemeinsamen Essen beginnen die ersten Paare zu tanzen. Mitten in der Menge sieht man plötzlich Aumann, mit seinem schlohweißen Bart, die Hände wild in der Luft schwenkend, eine junge hübsche Tänzerin vor ihm. Andere Nobelpreisträger schwingen eher klassisch das Tanzbein. Nach einer Weile formiert sich eine Polonaise, der Herdentrieb bricht sich Bahn. Wer hätte das gedacht: Der Ökonomen-Kongress tanzt. Am Rande sitzt Edmund Phelps (Preisträger 2006) und schaut belustigt zu. Der Professor von der Columbia University war dieses Jahr in Bayreuth zu den Festspielen. Als Andenken hat er ein T-Shirt gekauft. Nun öffnet er sein Sakko und zeigt das Wagner-Zitat: „Wahn, Wahn! Überall Wahn!“"

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