Freitag, 16. September 2011

Über das deutsche Personal bei der EZB

Nicht vielen Sätzen im Text von Thomas Fricke über die Besetzung von Posten bei der EZB durch Deutschland und das Verhalten der deutschen Vertreter in ihren Jobs kann ich nicht zustimmen. Ein Auszug:
"Nun kann natürlich sein, dass die kürzlich noch gefeierten EZB-Räte den Verstand verloren haben und nur nationales Eigeninteresse vertreten. Man könnte die Sache allerdings auch selbstkritischer formulieren: Wenn Stark keine Mehrheit im Rat der Zentralbank mehr hatte, mangelte es vielleicht eher an Argumenten, die anderen von seiner Position zu überzeugen. Dahinter könnte das viel grundlegendere Problem stecken, dass es in einer präzedenzlosen Jahrhundertkrise nicht reicht, wie Stark auf frühere Bundesbanktraditionen zu pochen, aus denen sich nur bedingt Schlüsse für heute ableiten lassen.

Vielmehr braucht es neue, unkonventionelle Ideen und möglichst brillante Vorschläge. Daran könnte nicht nur Stark gescheitert sein. Und unser Nachwuchswirtschaftsminister. Es könnte auch Staatssekretär Jörg Asmussen überfordern, der jetzt mal schnell zum Chefdenker der zweitgrößten Zentralbank der Welt werden soll. Da darf sich keiner wundern, wenn Deutschland im Ausland an Glaubwürdigkeit verliert."
Woran es liegt, dass Deutschland anscheinend nicht genügend Personal mit Erfahrung im Politikbetrieb und dem akademischen Hintergrund produziert, den es für solche Spitzenjobs braucht, weiß ich derzeit auch nicht. (Das Handelsblatt hat gestern auch eine Graphik abgedruckt (leider nicht online), die zeigt, dass Deutschland in allen wichtigen Institutionen unterrepräsentiert ist - vor allem beim Spitzenpersonal.)

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