Donnerstag, 13. Oktober 2011

Herbstgutachten der Gemeinschaftsdiagnose

So, das Herbstgutachten der Gemeinschaftsdiagnose ist soeben veröffentlicht worden. Dies sind die Eckdaten für die Prognose der deutschen Konjunktur:

Das gesamte Gutachten könnt ihr hier (unter News) runterladen.

Das schreiben SPON, Handelsblatt, FTD und FAZ in einer ersten Reaktion (bzw. zweiten, denn Teile des Gutachtens waren schon gestern an die Presse durchgesickert).

Im Politikteil gab es nach langer Zeit noch mal abweichende Meinungen. Und zwar vor allem über die Bewertung der EZB-Maßnahmen der vergangenen Zeit. Hierzu ein Auszug aus dem Minderheitenvotum von IWH/Kiel Economics:
"In diesem Gutachten gehen die Institute an verschiedenen Stellen (so in den Abschnitten »Zur Wirtschaftspolitik«, »Zur Geldpolitik« und im Kapitel 6) auf die Reaktionen der EZB auf die Schulden- und Vertrauenskrise im Euroraum ein. Das Konsortium aus IWH und Kiel Economics teilt die diesbezüglich von der Mehrheit der Institute vertretene Position nicht. Unterschiede bestehen bei der Beurteilung der Herabstufung der Bonitätsanforderungen von Sicherheiten im Rahmen der Liquiditätsbereitstellung und in Bezug auf das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen (Securities Market Programme, SMP). Darüber hinaus wird auch eine etwaige Aufstockung der EFSF abweichend beurteilt.

Die Unterschiede beruhen im Wesentlichen darauf, dass das Konsortium aus IWH und Kiel Economics das Risiko des Ausbruchs einer schweren Finanzkrise höher einschätzt als die übrigen Konsortien. So ist die Tatsache, dass die Risikoprämien für deutsche Staatstitel jüngst etwas angezogen haben, nach der Einschätzung des Konsortiums aus IWH und Kiel Economics weniger auf das Anwachsen von expliziten Haftungsrisiken des deutschen Staates zurückzuführen, als auf die erhebliche Zunahme von Risiken, die mit einer möglichen Eskalation der Schulden- und Vertrauenskrise zu einer Finanzkrise für die deutsche Wirtschaft verbunden sind.

Eine solche Entwicklung wird unserer Auffassung nach im Euroraum ohne deutliche Interventionen seitens der EZB oder die EFSF in nächster Zeit kaum zu verhindern sein, nicht zuletzt, weil die von allen Konsortien geforderten ordnungspolitischen Lösungen nicht rechtzeitig realisiert werden können."

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