Mittwoch, 12. Oktober 2011

Von den USA lernen ...

... heißt Bankenrekapitalisierung richtig durchführen. Schön, dazu einen Artikel im Handelsblatt zu lesen, in dem es am Ende heißt:
"Eine Lehre kann man daraus [, wie die Rettungsprogramme von 2008/2009 in den USA und Deutschland gelaufen sind,] ziehen: Wenn der Staat nun erneut die Banken rettet, muss er sie wie einst Hank Paulson zwingen, Geld anzunehmen - und zwar alle, nicht nur die, die am meisten wanken. Denn auch die Banken, denen es vergleichsweise gut geht, profitieren massiv von der Rettung ihrer schwächelnden Kollegen: Die Rettung von Pleitebanken beruhigt die Finanzmärkte insgesamt. Für diesen externen Effekt sollten alle Banken gleichermaßen bezahlen, indem sich der Staat an ihnen beteiligt. Nur so hat er die Möglichkeit, bei einer Erholung von steigenden Aktienkursen zu profitieren - und die Kosten für die Staatshilfe wieder einzuspielen.

"Wir dürfen nicht einfach Geld über die Theke schieben, sondern müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die Kapital zur Verfügung stellen, in welcher Form auch immer, sich in den Entscheidungsorganen dieser Banken wiederfinden", sagt deshalb Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker im Interview mit dem Handelsblatt. Juncker offenbar hat vom US-Vorbild gelernt: "Ich bin doch nicht von ich-weiß-nicht-wem gebissen, dass ich luxemburgisches Steuergeld einzahle, und die Gewinne teilen die Herrschaften unter sich."
Hilfen nur gegen Aktien - das muss das Motto der nächsten Rekapitalisierungsrunde sein. Und der Staat muss optimalerweise gegen die Banken auch durchsetzen, dass sich die Aktionäre der Banken, die selber nicht direkt am Abgrund stehen - aber von den Hilfen für den Sektor insgesamt profitieren, auch beteiligt werden müssen. Hier gilt es, einfach positive Externalitäten einer Bankenrettung zu besteuern.

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