Donnerstag, 10. November 2011

Debatte über Einkommensungleichheit

In den USA tobt in Folge der Occupy Wall Street (OWS) Proteste eine Debatte um die Frage, wie sich die Einkommensungleichheit entwickelt hat, d.h. wer sind diejenigen, die in den vergangenen Dekaden profitiert haben, und wer hat verloren - und was dafür verantwortlich ist.

Zwei Beispiele: R. Rajan meint, dass das meiste an Ausbildungsdifferenzen liegt und generell die obere Mittelschicht und die Topverdiener von veränderten Arbeitsanforderungen profitiert hätten, während schlechtausgebildete "auf der Strecke geblieben" sind.

Allerdings zeigt P. Krugman, dass es wirklich nur das oberstel 1 % der Einkommensverteilung ist, was gewonnen hat (siehe auch hier) und dass ein Großteil davon auf Steuererleichterungen zurückgeht.

Ich selber kenne mich in den Daten nicht genug aus, um zu sagen, wer Recht hat - aber jedenfalls wird die Debatte dort deutlich heftiger geführt als in Deutschland. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Der SVR hat jedenfalls auch ein Kapitel zur Einkommensverteilung in Deutschland im gestern veröffentlichten Jahresgutachten.

Kommentare:

chrislen hat gesagt…

Mein Empfinden sagt: Beide haben Recht. Wie in fast jedem Land sind auch in den USA Ausbildungsdivergenzen eine der Hauptursache für steigende Einkommensungleichheit zwischen der Unterschicht auf der einen und Mittel- (eingeschränkt) und Oberschicht auf der anderen Seite.

Rangans Problem ist allerdings, dass sein Argument auf der Annahme basiert, dass nur die Top 1% bessere Ausbildung erfahren haben. Stimmt aber nicht. Für die obere Mittelschicht/ untere Oberschicht gilt das Gleiche. Hier waren die Einkommenszuwächse aber relative moderat. Für die Top 1% reicht Bildung als Erklärung also nicht aus.

Jonas Dovern hat gesagt…

Sind wir heute im Kommentiermodus? ;-) Das ist klar, dass der Ausbildungslose nicht proportional an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhat. Die interessante Frage ist die, die Du stellst, nämlich nach der Ursache für den weitaus überproportionalen Einkommenszuwachs der oberen 1%. Vlt. demnächst mal mehr dazu.

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