Donnerstag, 10. November 2011

Sinns Target 2-Debatte

Hans-Werner Sinn wettert weiter an allen Ecken und Enden gegen das Zahlungsausgleichssystem für Banken im Euroraum (Target 2). Nachdem schon am 28.10. ein Beitrag im Handelsblatt erschienen war, gibt es heute (leider noch nicht online) noch mal das Gleiche zu lesen.

Den heutigen Beitrag schließt er mit der Aufforderung:
"Wann wacht die Politik endlich auf und beschäftigt sich mit diesem Vorgang?"
Das Problem, dass ich sehe ist, dass ich in der Öffentlichkeit von H.-W. Sinn noch in keinem der zahllosen Beiträge einen Vorschlag gelesen habe, wie denn die Regeln des Euroraums geändert werden sollten. Über eine Beschreibung der Realitäten gehen die Beiträge nicht hinaus.

Im Moment ist es jedenfalls so, dass sich alle Banken des Euroraums bei der EZB refinanzieren können - und wenn dabei Ungleichgewichte zwischen den Staaten auftreten, dann ist das erstmal so. Wenn Herr Sinn vorschlägt, die Regeln zu ändern, und so das griechische, spanische, irische und italienische Bankensystem austrocknen - und damit die Länder in einer Depression stürzen - will, dann soll er das mal genau so im Handelsblatt schreiben. Oder eben einen alternativen Handlungsvorschlag ... damit es etwas Konkretes gibt, mit dem sich die Politik beschäftigen kann.

Außerdem stimmt es ja nicht, dass sich die Politik überhaupt nicht mit dem Vorgang beschäftigt. Die EZB hat dazu geschrieben - und gestern auch der SVR.

Update: Hier noch der Link zum Arbeitspapier des ifo Instituts über die Thematik.

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