Mittwoch, 18. Januar 2012

Begründung des S&P-Downgrades

Ich argumentiere hier ja schon länger, dass schludrige Finanzpolitik nicht die Kernursache der Krise im Euroraum ist.

Die Wortführer im Europäischen Rat sehen das bekanntlich anders ... und fühlten sich durch die Bonitätsherabstufungen durch S&P von vergangener Woche dann ja auch ungerecht behandelt, weil sich die Eurostaaten kurz vorher auf das Fiskalpaket geeinigt hatten, das im gesamten Euroraum eine sowohl kurz- als auch langfristig sehr restriktive Finanzpolitik vorsieht.

In der Begründung von S&P heißt es aber wörtlich:
"We also believe that the agreement [über das Fiskalpaket] is predicated on only a partial recognition of the source of the crisis: that the current financial turmoil stems primarily from fiscal profligacy at the periphery of the eurozone. In our view, however, the financial problems facing the eurozone are as much a consequence of rising external imbalances and divergences in competitiveness between the eurozone's core and the so-called "periphery". As such, we believe that a reform process based on a pillar of fiscal austerity alone risks becoming self-defeating, as domestic demand falls in line with consumers' rising concerns about job security and disposable incomes, eroding national tax revenues."
In den nächsten Quartalen werden wir (wie schon in den vergangenen Jahren in Griechenland) in weiten Teilen des Euroraums die Konsequenzen in Form von heftigen Rezessionen zu sehen bekommen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen