Dienstag, 10. Januar 2012

Neue Verhältnisse in Italien

In Italien zieht die Steuerfahndung anscheinend tatsächlich andere Saiten auf. Die FAZ berichtet darüber, dass Steuerfahnder am 30. Dezember eine großangelegte Prüfung in einem Nobelwintersportort durchgeführt hat:
"So seien etwa 251 große Luxusautos gestoppt worden, von denen 133 auf Privatpersonen zugelassen gewesen seien. Von denen wiederum hätten 42 sowohl für 2009 als auch für 2010 ein Jahreseinkommen von weniger als 30 000 Euro angegeben, 16 weitere ein Einkommen von weniger als 50 000 Euro. [...]

In Cortina sind aber nicht nur die Gäste, sondern auch Besitzer von Restaurants, Bars und Geschäften ins Zwielicht gebracht worden. Zwar wurden nur 35 der 1000 Betriebe in Cortina gefilzt. Doch die Fahndungsaktion, die sich sofort herumgesprochen hat, brachte überraschende Verhaltensänderungen hervor: Niemand hat sich offenbar am 30. Dezember getraut, die Kunden ohne offizielle Rechnung oder Kassenzettel ziehen zu lassen. Doch damit wurde den Steuerfahndern wiederum ein neuer Ansatzpunkt für Ermittlungen geliefert.

Denn sie fragen sich, warum der Umsatz von Restaurants gegenüber dem Vorjahr plötzlich um 300 Prozent gestiegen ist, der von Juwelierläden um 400 Prozent."
Das Grundproblem scheint dort - ähnlich wie in Griechenland - zu sein, dass bislang einfach nur ein Bruchteil der steuerlichen Bemessungsgrundlagen (bei Unmsatz und Einkommen) erhoben wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen