Sonntag, 8. Januar 2012

Wo Griechenland sparen könnte

... ohne der eigenen Wirtschaft weh zu tun: Am Verteidigungshaushalt, insbesondere an den Investitionen für Waffensysteme. Die ZEIT hat in der aktuellen Ausgabe einen interessanten Artikel über das Thema.
"2010 betrug der griechische Rüstungsetat fast sieben Milliarden Euro. Das entsprach knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung, eine Zahl, die in der Nato nur von den USA übertroffen wurde. [...]

Dem jüngsten Rüstungsexportbericht ist zu entnehmen, dass Griechenland 2010 exakt 223 Panzerhaubitzen von Typ M109 aus Bundeswehrbeständen sowie ein U-Boot der Klasse 214 aus Deutschland importierte. Gesamtwert der Waffengeschäfte: 403 Millionen Euro. In den Jahren davor verdiente im Süden Europas vor allem Krauss-Maffei Wegmann prächtig. Das Münchner Unternehmen lieferte 170 Leopard-2-Panzer an Athen aus, dabei ging es um 1,7 Milliarden Euro. Als die Griechen mit den Zahlungen in Rückstand gerieten, sprachen Spitzenbeamte der Bundesregierung das Thema immer wieder an. »Die Linie war, Ausstände Griechenlands in der Rüstungsindustrie einzutreiben«, sagt ein deutscher Lobbyist. [...]

Schon laut Stabilitäts- und Wachstumsprogramm für Griechenland für das Jahr 2010 sollte das Budget für Rüstungsausgaben nur um 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung gekürzt werden – um 457 Millionen Euro. Das klingt viel, doch im selben Dokument wurde vorgeschlagen, die Sozialausgaben um 1,8 Milliarden Euro zu kappen. [...]

Im Etat für 2012 ist vorgesehen, dass der Sozialhaushalt um weitere neun Prozent schrumpfen soll, also um zwei Milliarden Euro. Die Beiträge zur Nato hingegen sollen um 50 Prozent auf dann 60 Millionen Euro steigen, die laufenden Ausgaben für den Verteidigungshaushalt gar um 200 Millionen auf dann 1,3 Milliarden Euro: ein Plus von 18,2 Prozent."

Würde im Militäthaushalt in Griechenland ordentlich gespart ergäben sich folgende positive Effekte:
  1. In Griechenland würden unproduktive, staatliche Jobs wegfallen.
  2. Die Leistungsbilanzposition Griechenlands würde sich verbessern, jene der Lieferanten verschlechtern (was auch notwendig ist).
  3. Sollten in Deutschland dadurch Stellen in der Rüstungsindustrie wegfallen, dann wohl nur für solche Fachkräfte, die derzeit sowieso überall händeringen gesucht werden.

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