Mittwoch, 29. Februar 2012

Buiter: EZB-Pleite unwahrscheinlich

W. Buiter und Kollege E. Rahbari von der Citibank erläutern in einem aktuellen Aufsatz noch mal, warum eine Zentralbank, die den Großteil ihrer Assets in der eigenen Währung hält, so schnell nicht pleite gehen kann. (ht: FT Alphaville)

Die wichtigste Einsicht dabei ist, dass die Zentralbank enorme Profite aus zukünftiger Geldschaffung (sogenannte Seignorage) erwarten kann ... und das selbst bei Einhaltung des Inflationsziels. Buiter beziffert das Verlustabsorptionsvermögen der EZB auf insgesamt 3,4 Billionen Euro - das ist weit mehr als ihre derzeitige Bilanzsumme.

Seine Schlussfolgerungen:
"We do not consider ECB default and hyperinflation in the euro area to be material risks. ‘Roublezonefication’, balkanization of the EA monetary and financial system, and banking systems with too many insolvent but liquid zombie banks are material risks, in our view."
Das heißt natürlich nicht, dass man aus verteilungspolitischen Gründen den (auf Vermögenswerte weniger Mitgliedsstaaten fokussierten) Erwerb von risikoreichen Vermögenswerten durch die EZB kritisieren kann (im Verlustfall würde der Zentralbankgewinn, den alle Mitgliedsländer unter sich aufteilen könnten, über Jahre geschmählert). Inflationsängste können durch das Zentralbankbilanzargument aber nicht argumentativ untermauert werden.

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