Donnerstag, 1. März 2012

QE und Anleihenblase

Patrick Bernau von der FAZ findet es gar nicht gut, dass durch das viele Geld, was die EZB den Banken bereitstellt, die Anleihenkurse stabilisiert werden. Er bezeichnet, das, was gerade an den Anleihemärkten für Staatsanleihen im Euroraum passiert, als Blase.

Recht hat er, wenn er damit meint, dass die Kurse höher sind, als sie wären, wenn es keine Zentralbankaktionen gegeben hätte. Aber es ist nun mal der Sinn von QE-Maßnahmen, die langfristigen Zinsen zu drücken, damit das Sparen für die Privaten unattraktiver wird und die Nachfrage nach Gütern angekurbelt wird ... und an der mangelt es ja bei immer noch schwacher Kapazitätsauslastung in fast allen Industriestaaten derzeit.

Unrecht hat er meiner Meinung, wenn er das als "Problem" thematisiert. Relativ konventionelle monetäre Theorie legt genau diese Art von Aktionen nahe. (Aus politischen Gründen bzw. aufgrund des supranationalen Charakters des Euroraums kann und sollte die EZB nicht auf Dauer selber Anleihen kaufen. Deswegen nun der Umweg über die Banken, denen man dadurch aber auch die Gewinne aus den Geschäften zugesteht.)

Was wären die Alternativen? Die Zinsen anheben, damit die Anleger, die Bernau sehr am Herzen zu liegen scheinen, höhere Renditen einfahren und die Nachfrage noch weiter gedämpft wird? Den Mangel an Nachfrage also sadomasochistisch hinnehmen, und es sich auf einem niedrigen Produktionspfad gemütlich machen?

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