Donnerstag, 26. April 2012

ESM für Bankenstützung?

Anscheinend wird nun doch - endlich - überlegt, ob die Finanzmittel des ESM nicht dazu genutzt werden sollten, marode Bankensysteme direkt zu stützen (anstatt den Weg über die nationalen öffentlichen Budgets zu gehen). Aus der SZ:
"Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder schon in den nächsten beiden Wochen prüfen, wie die direkte Vergabe von Krediten aus dem ESM an klamme Banken abgewickelt werden kann."
Immer noch hat sich die Politik - leider - keine Gedanken darüber gemacht, wie man den maroden Banken nicht nur einfach weitere Kredite geben sondern auf Kosten der Alteigentüber auch Anteile und Mitspracherecht an den Instituten erwerben könnte.Würde man das auf diese Weise tun ... müsste das ganze für den europäischen Steuerzahler auch gar nicht so teuer kommen.

Kommentare:

Erich hat gesagt…

Nachdem die Spanischen Banken ihre notleidenden Kredite untereinander austauschen, um sie nicht nach einem Jahr in ihrer Bilanz richtig stellen zu müssen, konnten sie bisher einen nur moderaten Rückgang der Immobilienpreise erreichen. Da die Blase in Spanien im Vergleich zu den USA viel größer war, müssten eigentlich viel heftigere Preisabschläge zu erwarten sein. Ein Rückgang auf 30 bis 50 % der Höchstpreise wäre vermutlich realistisch. Davon sind wir aber noch weit entfernt.
Und jetzt sollen also die Steuerzahler für die bislang zurückgehaltenen Verluste bezahlen, keine gute Idee, würde ich sagen.

Jonas Dovern hat gesagt…

Sage ich ja: Die saubere Lösung wäre, die Anteile der Alteigentümer durch eine ESM-Zwangsbeteiligung zu verwässern oder ganz zu entwerten. (Die Schwierigkeit dabei ist natürlich immer die faktische Insolvenz der einzelnen Bank bei laufendem Betrieb festzustellen.)

Wenn man auf diese Weise schon mal das gesamte Eigenkapital dazu verwendet, die Verluste aufzufangen, dann sollte das für die Steuerzahler kein so schlechtes Geschäft werden (siehe die Bankenrettung in den USA) ... und unter Berücksichtigung der positiven Makroeffekte sogar ein sehr gutes!

Erich hat gesagt…

Es ist nur eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Wenn man zu früh einsteigt, ist das neue Kapital sofort wieder verloren. Man braucht also erst mal realistische Preise, um die Verluste abschätzen zu können, damit auch die Gläubiger dieser Banken ihren gerechten Anteil leisten müssen. Das Altkapital steht meiner Ansicht nach sowieso auf Null

Kommentar veröffentlichen