Donnerstag, 10. Mai 2012

Bohei um Äußerungen der Bundesbank

"Deutschland werde infolge der Schuldenkrise höchstens auf kurze bis mittlere Sicht höhere Preissteigerungen hinnehmen, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters im Umfeld von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Deutschland habe in den ersten Jahren der Währungsunion mit Inflationsraten unterhalb der Zwei-Prozent-Marke gelebt, nun könne die stärkste Volkswirtschaft der Euro-Zone auch eine Zeit lang höhere Teuerungsraten verkraften."
SPON kommentiert das mit der Aussage:
"Die Inflation der Bundesrepublik kann künftig über dem Durchschnitt der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion liegen. Das sagte der Chefvolkswirt der deutschen Zentralbank. Beobachter werten das als Kehrtwende in der Geldpolitik."
Dazu ist anzumerken, dass mir a) nicht bekannt war, dass die Inflation bislang nicht über dem Durchschnitt der EWU liegen konnte (auch wenn sie es fast nie tat) und dass es b) komisch wäre, wenn dies eine Kehrtwende der Geldpolitik wäre, denn: Selbst die Bundesbank kann nicht so niedriginflationsfixiert sein, dass sie bislang meinte eine permanent niedrigere Inflationsrate in Deutschland wäre in irgendeiner Weise langfristig in der Währungsunion tragfähig. 

Wie ich öfters schon mal schrieb: Wer eine Dekade lang unterdurchschnittliche Inflationsraten hat, der muss auch mal eine Dekade lang überdurchschnittliche Inflationsraten akzeptieren ... sonst fliegt der Laden auseinander. (Besser wäre natürlich, wenn die Inflationsdifferenzen nicht so persistent wären.)

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