Montag, 21. Mai 2012

Gefahr für den Euroraum

W. Münchau bringt es (mal wieder) auf den Punkt: Die größte Gefahr für das Fortbestehen des Euroraums geht im Moment von dem Risiko, dass es zu Bank-Runs in den Krisenstaaten kommt, aus (siehe dazu auch den Post vom vorletzten Sonntag).

Münchau beschreibt, dass es für alle Sparer in Griechenland rational ist, ihre Ersparnisse von den dortigen Banken abzuheben und in anderen Ländern des Euroraums in Sicherheit zu bringen. Spitze sich die Situation in Griechenland zu, würden auch die Sparer in Italien, Spanien und Portugal nervös ... und dort drohte auch ein Bank-Run. (Ein schleichender Abzug von Einlagen ist in all diesen Ländern schon seit einiger Zeit im Gange.) Sein Fazit:
"What makes bank runs so lethal in the eurozone is the legal framework. The most important rights conferred by the EU to its citizens are the four fundamental freedoms – of movement of labour, goods, services, and capital. Article 66 of the Treaty on the Functioning of the European Union says the freedom of capital movement can be suspended but only in relation to third countries. The article can be invoked to stop Greek outflows to Switzerland, but not to Germany, at least not legally. That is one of the reasons why a eurozone exit cannot be legally accomplished inside the EU.

The only policy that can credibly counter the threat of a self-reinforcing bank run in the eurozone would be a eurozone-wide deposit insurance and bank resolution regime – at eurozone level. In other words, you have to take the banks – all the banks – out of the control of their home country."
In diese Richtung gehen Vorschläge von J. Asmussen für eine Vertiefung der Zusammenarbeit der Staaten des Euroraums.
"EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen spricht sich für eine Fiskal- und Finanzmarktunion der 17 Euro-Staaten aus, die zudem stärker demokratisch legitimiert werden soll. "Die Vorteile der Währungsunion sind so überragend, dass man sie durch eine Vertiefung stabilisieren sollte", sagte der deutsche Vertreter im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag bei einer Konferenz der Zeitung die "Welt" in Berlin. "Das bedeutet eine Fiskalunion und eine Finanzmarktunion (Banking Union) sowie eine demokratisch legitimierte politische Union.""
Und zu guter Letzt nur am Rande: Dass den Banken ein Zusammenbrechen der südeuropäischen Bankensysteme nicht gefallen würde, ist ja klar. Deswegen: Point taken ... aber das Szenario läge dann wohl doch näher an einer Katastrophe als am Weltuntergang.

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