Montag, 25. Juni 2012

Nächste Runde der Eurokrise

Heute hat Spanien auch offiziell einen Antrag auf Hilfen aus dem EFSF gestellt, um sein Bankensystem stützen zu können.
Damit dürfte auch dem letzten klar sein, dass die Krise eine neue Dimension erreicht hat und man nicht mehr nur mit ein paar Milliarden die kleinen Brandherde in kleinen Mitgliedsstaaten für einige Zeit löschen kann.

Eine Erörterung des Erfolgs oder Misserfolgs des bisherigen Lösungsansatzes der EU-Politik, nämlich den betroffenen Ländern eine stark pro-zyklische Sparpolitik zu verordnen, gibt es seit ein paar Tagen auf Voxeu. Aus dem Text von Herausgeber Corsetti:
"There is an increasing tide in favour of reconsidering fiscal austerity programmes, in recognition of the persistent effects of underemployment of labour and capital on potential output. At the same time, however, it should be recognised that weak growth in countries facing precarious fiscal positions is not sufficient evidence against fiscal austerity. Where sovereign risk is high, fiscal tightening remains an important avenue to bring down deficits at a limited cost to economic activity, as risk premiums recede over time. In addition, fiscal austerity may well have important unobserved benefits, by preventing greater macroeconomic instability which tends to arise in the presence of high sovereign risk.

In light of these considerations, it is perhaps useful to move beyond the headlines of ‘expansionary contractions’ and ‘self-defeating fiscal austerity’. As a matter of fact, most governments face specific questions on how to reform their spending and taxation, rather than a general question of ‘how much’. Not only the intensity, but also and especially the content of upfront budget cuts currently contemplated in countries may be expected to have a first-order impact on the current recession."
Die SZ äußert sich heute zur Verantwortung Deutschlands bei der Lösung der Krise. In einem Kommentar schreibt Nikolaus Piper zur Wahl zwischen kostspieligen "Lebensrettungsmaßnahmen für den Euro" und einem Ende mit Schrecken:
"Das Auseinanderbrechen der Währungsunion ist heute eine Option, mit der man rechnen muss - im Wortsinne. Deren Folge aus deutscher Sicht wäre nicht nur, dass der Kurs des Nord-Euro oder der neuen D-Mark, wie immer man das Spaltprodukt nennen mag, unkontrolliert in die Höhe schießen würde. Eine globale Depression wäre kaum zu vermeiden, und über die Zukunft der EU insgesamt kann man heute nur spekulieren. Mancher mag dem Euro in diesen Tagen ein Ende mit Schrecken wünschen. Fraglich, ob er auch eine Ahnung von der Dimension dieses Schreckens hat."
Warten wir also weiter auf den großen Wurf und hoffen wir, dass die Kosten-Nutzen-Analysen für die verschiedenen Szenarien sorgfältig gemacht werden.

PS: Wie man ja bereits seit einiger Zeit bemerken konnte, ist eine Fußball-EM für die Beitragsfrequenz auf meinem Blog nicht gerade  förderlich. Ab Juli dann hoffentlich wieder mehr Infos ...


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