Dienstag, 14. August 2012

F.A.Z. zur EZB-Politik

Dass man das jüngste Manöver des ESZB zur Erhaltung der griechischen Zahlungsfähigkeit so wie die F.A.Z. nicht gutheißen kann, versteht sich. Und den Satz ...
"Die Überlebenshilfe ist ein politischer Dienst für die Staats- und Regierungschefs, die dadurch erst nach dem Sommerurlaub über die Konsequenz aus dem tristen „Fortschrittsbericht“ der Troika für Hellas entscheiden müssen."
... sollte man in allen Finanzministerien des Euroraums großflächig plakatieren.

Gleichzeitig wäre es mal erfrischend einen EZB- bzw. Euroraum-Wirtschaftspolitik-kritischen Beitrag zu lesen, in dem auf die Kritik am Seienden ein konkreter Vorschlag des Wünschenswerten folgt.

Und um auf H. Steltzners Frage zu antworten: Eine langfristige Rettung des Euro war die Aktion natürlich nicht - dazu sind Maßnahmen ganz anderer Tragweite notwendig. 

Aber ohne die nun schon recht zahlreichen Aktionen der EZB hätte der Euroraum in den vergangenen Jahren schon mehrfach auf Pfade einschwenken können, an deren jeweiligem Ende der Zusammenbruch der gemeinsamen Währung gestanden hätte. Insofern: Kurzfristig hat das ESZB dem Euro mal wieder den Arsch gerettet.

Denn: Mal schnell Griechenland pleite gehen und austreten lassen und dann fröhlich und ohne Sorgen weitermachen, als wäre nichts gewesen, ist keine (billige) Option (wie auch der Economist schreibt) und wird wohl nur von denjenigen als solche ernsthaft diskutiert, die die Literatur über transnationale Ansteckungseffekte nicht kennen oder deren Ergebnissen sehr wenig Gewicht beimessen.

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