Mittwoch, 26. September 2012

Reaktionen auf QE3

In einem Interview im Handelsblatt mit John Taylor über das QE3-Programm der US-Fed ist mir wieder eine Asymmetrie im Denken aufgefallen, die ich in den vergangenen Jahren schon häufig im Kontext der wirtschaftspolitischen Stabilisierungsmaßnahmen im Zuge der Wirtschaftskrise bemerken konnte. Taylor sagt in dem Interview auf die Frage, wie risikoreich die Fed-Aktion sei u. a.:
"Zieht sich die Fed nicht schnell genug wieder zurück, riskiert sie Inflation. Kommt der Rückzug zu schnell, kann das dem Wirtschaftswachstum schaden."
Während die erste Schlussfolgerung stimmt, wird es bei der zweiten kompliziert. Die Denkschule, der Taylor angehört, argumentierte zuletzt immer wieder, dass das Programm kurzfristig gar nichts bringt (im Interview sagt Taylor, dass eher die Beendigung des Programms ... also keine Käufe oder Verkäufe der Fed der Wirtschaft helfen würden). Auf der anderen Seite malen sie schreckliche Effekte für den Fall eines Ausstiegs in der Zukunft an die Wand. Geht's nur mir so? Oder kapieren auch andere die Asymmetrie in dieser Argumentation nicht?

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