Freitag, 12. Oktober 2012

Blanchard-Interview

In der F.A.Z. ist ein interessantes Interview mit dem Chefvolkswirt des IWF, O. Blanchard zu lesen. Neben seiner Studie zur Höhe des Fiskalmultiplikators geht es u. a. auch um die Frage der Inflation im Euroraum. Blanchard sagt dazu unter anderem:
"Ganz ehrlich, ich verstehe die Logik der deutschen Position nicht. Deutschland bekennt sich zum Ziel der EZB, eine Inflation von 2 Prozent zu erreichen. Das ist der erste Punkt. Und Deutschland glaubt zweitens, dass die Peripherieländer der Eurozone wettbewerbsfähiger werden müssen. So weit stimme ich mit beiden deutschen Positionen überein. In vielen Ländern wäre es besser, wenn ihre Inflation unter 2 Prozent läge, damit sie wettbewerbsfähiger würden. Und in den Peripherieländern läuft es auch darauf hinaus. Dann müssen die anderen Länder bei 2 Prozent Inflation in der Eurozone aber höhere Inflationsraten haben. Das ist einfach eine Sache der Arithmetik."
Außerdem spricht er sich vernünftigerweise für starke Konditionalität bei jeglichen Finanzhilfen für Staaten aus.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen