Sonntag, 14. Oktober 2012

EEG vs. Quotenregelung

Justus Haucap und Jürgen Kühling votieren in der F.A.Z. dafür, das Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) zugunsten eines Quotenmodells abzuschaffen, bei dem alle Energieversorger und Großverbraucher nachweisen müssen, dass sie eine bestimmte Menge des verkauften/verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen bezogen haben.
"Eine Alternative zu den mehr als 3000 staatlich festgelegten EEG-Vergütungssätzen wäre ein Quotenmodell, bei dem Energieversorger verpflichtet werden, bis 2020 eine Quote von 35 Prozent grünen Strom zu vermarkten. Ob Stadtwerke und andere Versorger den Strom aus regenerativen Energien dann selbst erzeugen oder ob sie grünen Strom am Markt beschaffen, ob sie den Grünstromerzeugern Festpreise zahlen oder Marktprämien, ob der grüne Strom aus Biomasse, Solarenergie oder Windkraft wäre - all das könnte man den Stadtwerken und anderen Versorgern selbst überlassen. Die Folge wäre Wettbewerb auch unter den erneuerbaren Energien. Das verhindert Überkompensation und drückt die Preise, und die größten Absurditäten wie die Negativpreise würden verschwinden. [...]

Um den Ausbau der erneuerbaren Energien besser zu steuern als heute, wird in dem Modell die Quotenpflicht jährlich gesteigert. Fangen wir etwa 2014 mit einer Quote grünen Stroms von 26 Prozent an, so fehlen bis 2020 noch weitere 9 Prozent, um das Ziel der Bundesregierung - 35 Prozent grüner Strom bis 2020 - zu erreichen. Die Quote müsste daher in den verbleibenden sechs Jahren um jährlich 1,5 Prozent steigen. Werden nun aber mehr Erzeugungskapazitäten gebaut, fällt der Preis für Grünstromzertifikate. Sind zu wenige Kapazitäten geplant, steigt der Zertifikatepreis. Der Preis steuert also die Erfüllung der Quote. Der heute unkontrollierte Zubau, bei dem garantierte Einspeisetarife verhindern, dass Preissignale wirken, hätte ein Ende. Der Zubau würde verstetigt, so dass auch der Netzausbau viel besser planbar wäre. [...]

Die ökonomischen Vorteile eines solchen Quotensystems liegen auf der Hand: Weil Stromversorger wie Stadtwerke zunehmend im Wettbewerb um Kunden stehen, haben sie starke Anreize, die günstigsten Formen der Produktion von grünem Strom zu beziehen. Dies senkt die Kosten der Energiewende für die Verbraucher. Zudem ist die passgenaue Steuerung des Zubaus an Grünstromkapazitäten über eine Quote möglich, der Netzausbaubedarf also besser planbar. Auch ermöglicht ein Quotenmodell Vertragswettbewerb. Die Stromversorger selbst können entscheiden, wie sie am besten Grünstrom beschaffen: ob durch die Garantie von Einspeisetarifen in ihrer Kommune oder durch ein Ausschreibungsverfahren, durch bilaterale Verhandlungen oder durch den Kauf von Grünstromzertifikaten an der Börse. Auch selbstverbrauchter Strom könnte berücksichtigt werden."
Ich bin davon überzeugt, dass es richtig ist den notwendigen Umstieg auf erneuerbare Energien mit Subventionen staatlich voranzutreiben und zu koordinieren. Aber wie Haucap und Kühling richtigerweise feststellen, gibt es bessere Lenkungssysteme als das derzeitige.

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