Dienstag, 9. Oktober 2012

Fiskal-Multiplikatoren

FT Alphaville greift eine Diskussion über die höhe des Fiskalmultiplikators auf. Dieser misst den Effekt, den ein bestimmter finanzpolitischer Impuls auf die gesamtwirtschaftliche Produktion hat. Anlass ist, dass der IWF in seinem neuen Report die Aussichten für die Weltwirtschaft deutlich schlechter einschätzt als zuvor. (Ich hatte hier mal was über einen Aufsatz über dieses Thema geschrieben.)

Der Blogbeitrag bezieht sich auch auf einen Beitrag im vergangenen WEO des IWFs, in dem u. a. Oliver Blanchard Fehleinschätzungen der Höhe des Multiplikators seit dem Beginn der Rezession 2007 untersucht. Darin heißt es:
"If the multipliers underlying the growth forecasts were about 0.5, as this informal evidence suggests, our results indicate that multipliers have actually been in the 0.9 to 1.7 range since the Great Recession. This finding is consistent with research suggesting that in today’s environment of substantial economic slack, monetary policy constrained by the zero lower bound, and synchronized fiscal adjustment across numerous economies, multipliers may be well above 1".
Gleiches zeigt sich derzeit auch im Fall der Konsolidierungsprogramme in den Ländern der Eurozone, wo die Pläne immer wieder hinfällig werden, weil die Konjunktur durch die Budgetsanierungen mehr in Mitleidenschaft gezogen wird, als bei der Verabschiedung der jeweiligen Sparmaßnahmen angenommen wird.

In jedem Fall wird die derzeitige Periode in ein paar Jahren sehr schöne Daten liefern, um die Höhe des Fiskalmulitplikators empirisch sicherer bestimmen zu können. Meine Vermutung ist, dass die gängigen Schätzungen nicht nach unten korrigiert werden müssen ...

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