Mittwoch, 5. Dezember 2012

Rezession wegen Kampf gegen Steuerhinterziehung?

Wolfgang Münchau argumentiert auf SPON, dass die europaweit ergriffenen Maßnahmen zur Aufdeckung von Steuerhinterziehung oder -vermeidung Gift für die sowieso schon schwache Konjunktur seien.

Dazu nur eine Anmerkung: I disagree. Natürlich stimmt es, dass das unter dem Strich gesamtwirtschaftlich gesehen einer Steuererhöhung gleichkommt. Wichtig bei der Abschätzung der Effekte ist aber meines Erachtens zu berücksichtigen, wer denn da aktuell oder demnächst mehr Steuern bezahlen soll/wird.

Und ohne mich jetzt genau mit den einzelnen Länder-Fällen auszukennen würde ich vermuten, dass es sich nicht um einfache Lohn- oder Transferempfänger mit eher kleinen bis mittleren Einkommen handelt, die ja überhaupt keine Chancen zur Steuerhinterziehung im großen Stil haben, sondern um tendenziell Vermögende und/oder Leute mit hohen (Kapital-)einkünften. Und da letztere eine deutlich unterdurchschnittliche Konsumquote haben, sollten sich die Effekte in Grenzen halten.

Insbesondere, wenn man noch die positiven Effekte der dadurch durchgeführten "Teil-Sanierung" der Staatsfinanzen gegenüberstellt. Wahrscheinlich gibt es keine konjunkturschohnendere Konsolidierungsstrategie als das Eintreiben von Steuern bei den eher Wohlhabenden.

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